Musik

EFA veröffentlicht mit „Visual Niches“ erste eigene Musik-DVD

Mit einer vom EFA-eigenen Label e:motion zusammengestellten Clip-Collection reagiert die Firma auf eine Entwicklung im Musikfernsehen, bei der künstlerisch anspruchsvolle Videos kaum noch Sendezeit erhalten. So enthält die DVD 15 ästhetisch herausragende Produktionen der vergangenen fünf Jahre.

“Es wurde immer schwerer, Sendeplätze für kleinere oder Nicht-Charts-Themen zu finden“, erzählt Maren Sextro, zuständig für Marketing & Promotion bei EFA Medien, wo sie zuvor für die TV-Promotion zuständig war. „Die Fernsehsender haben so gut wie alle Nischen- und Genre-Formate gestrichen und spielen fast nur noch klassisch aufgebaute Videos klassischer Charts-Acts“, klagt sie. Als Ausweg aus dieser Situation will das EFA-Label e:motion mit der am 25. November erscheinenden DVD „Visual Niches“ (Best.-Nr. 60111-9) „den Filter TV umgehen und eine neue Plattform für das Videokunst-Genre schaffen“, so Sextro. Mit der ersten eigenen DVD wollen Sextro und ihr Team „dem eigenwilligen, experimentellen, kreativen und Low-Budget-Clip Zugang zu einer breiteren Öffentlichkeit verschaffen. Nicht zuletzt soll der künstlerische Aspekt der Videoproduktion mehr in den Vordergrund gerückt und die Arbeit der Produzenten und Regisseure angemessener gewürdigt werden.“ Dafür versammelte EFA unter anderem Clips von Sensorama, Röyksopp, Señor Coconut, Gonzales, Mouse On Mars und Sigur Rós, die allesamt eine eigene Bildsprache zwischen narrativen Abstrusitäten, konstruktivistischen Design-Entwürfen, verpixelten Farbspielen oder magischen Atmosphären vorstellen. „Diese Produktion wird bestimmt nicht unser einziges DVD-Projekt bleiben, da dieses Medium viel kreativen Spielraum und eine neue Herausforderung bietet“, kündigt Maren Sextro an. Generell sieht sie im Indie-Segment allerdings größere Chancen für die DVD-Audio: „Die Herstellung einer Video-DVD ist meist noch sehr kostspielig – zum einen durch die Kosten, die beim Authoring und bei der Vervielfältigung anfallen, zum anderen durch das Bildmaterial, das zum Teil erst organisiert werden muss. Die Veröffentlichung von Audio-DVDs ist da für uns weit einfacher und stellt auch für die Produzenten einen großen Reiz dar.“ Gleichwohl betont sie, dass sich Wege und Mittel finden würden, das Medium Video-DVD noch mehr zu nutzen. Dabei kommt es darauf an, im Handel die Zielgruppe zu erreichen.

„Großes Interesse und Offenheit dem Medium DVD gegenüber ist definitiv vorhanden. Das hängt damit zusammen, dass gerade im Indie-Sektor die Bereiche Musik, Film und Kunst sehr eng miteinander verknüpft sind und neues technisches Equipment wie DVD-Player oder 5.1.-Anlagen als spannende Weiterentwicklung empfunden und schnell angenommen wird.“