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eDonkey sondiert legale Zukunft

Die derzeit meistgenutzte Filesharing-Plattform arbeitet fieberhaft an einem legalen Geschäftsmodell. Medienberichten zufolge steht eDonkey kurz vor einer Fusion mit Mitbewerber iMesh. eDonkey braucht Lizenzen der Rechteinhaber, iMesh hat sie bereits. Ob es zu einem P2P-Merger kommt, ist indes noch unklar. Gegenüber MusikWoche äußerte sich eDonkey-Chef Sam Yagan vieldeutig.

Die derzeit meistgenutzte Filesharing-Plattform arbeitet fieberhaft an einem legalen Geschäftsmodell. Medienberichten zufolge steht eDonkey kurz vor einer Fusion mit Mitbewerber iMesh. eDonkey braucht Lizenzen der Rechteinhaber, iMesh hat sie bereits. Ob es zu einem P2P-Merger kommt, ist indes noch völlig unklar. Gegenüber MusikWoche äußerte sich eDonkey-Chef Sam Yagan vieldeutig: „Wir sprechen mit mehreren möglichen Partnern“, sagte der Geschäftsführer des eDonkey-Entwicklers MetaMachine. Er sehe sich aufgrund des Grokster-Urteils des U.S. Supreme Court nun dazu gezwungen, mit Dritten an einer modifizierten Version der eDonkey-Software zu arbeiten, die auch legitime Geschäftsmodelle zulässt. Für langwierige Prozesse gegen die Rechteinhaber, in denen der Vorsatz zum Bruch der Urheberrechte geklärt werden müsste, fehle MetaMachine das Geld, so Yagan.

Nach Informationen der „Business Week“ wird eDonkey demnächst durch einen Zusammenschluss mit iMesh in ein von der Musikindustrie akzeptiertes System umgewandelt. Die US-Filesharingfirma mit israelischen Wurzeln hat sich schon länger die Lizenzen der vier Majors gesichert und wird demnächst in Kooperation mit dem Digitalvertriebsdienstleister MusicNet und mit der Audiofingerprinting-Technik von Audible Magic ihr neues Onlinevertriebskonzept auf den Markt bringen. Ob eDonkey dann tatsächlich Bestandteil dieses Systems wird und dabei seine große Nutzerbasis mit einbringen wird, steht noch in den Sternen. Yagan betonte im Gespräch mit MusikWoche, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Er habe jedoch schon lange vor dem Urteil des höchsten US-Gerichts bei den Plattenfirmen um Lizenzen angefragt, war jedoch immer abgewiesen worden. Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass Yagan auch mit dem Clearinghaus Snocap über eine mögliche Zusammenarbeit verhandelt.

Auch die Implementierung einer Technologie von Intent MediaWorks bei eDonkey ist denkbar: Filesharer könnten damit weiterhin kostenlos downloaden, müssten jedoch vorher Werbespots über sich ergehen lassen. Yagan gibt sich jedenfalls zuversichtlich, dass es in den nächsten Wochen eine Entscheidung geben wird, die sowohl die Rechteinhaber zufrieden stellen und gleichzeitig nicht zu viele der bisherigen eDonkey-Nutzer in die Hände von anderen illegalen P2Ps treiben wird.

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