“Insgesamt nehmen Musik-DVDs bei edel nicht nur einen sehr hohen strategischen, sondern auch einen signifikanten wirtschaftlichen Stellenwert ein“, erklärt Michael Bartels, Managing Director edel distribution und Mitglied der erweiterten Geschäftsführung edel Deutschland. Er begründet dies mit besseren Absatzmöglichkeiten im Vergleich zu CDs: „Vor allem bei den Backkatalog-DVDs haben wir eine höhere Wertschöpfung. Bei der Musik-DVD gibt es noch keinen so stark spürbaren Preisdruck bei den Verbrauchern, und die Nachfragesituation ist besser.“
Dabei setzt edel vor allem auf das Label Eagle Vision, für das im Hause edel Labelmanager Jörn Seidel zuständig ist. „Eagle ist dominierender Faktor in unserem Veröffentlichungsportfolio bei DVDs. Das liegt auch an dem attraktiven Repertoire, das bei Eagle erscheint, weil wir hier auch über Lizenzen von Künstlern verfügen, die mit ihren regulären CD-Veröffentlichungen an Majors gebunden sind“, erläutert Bartels. So erscheinen am 26. August bei Eagle zwei Live-DVDs des Jazzpianisten Keith Jarrett, „Standards“und „Standards II“, mit denen die Firma an den Erfolg der Live-DVD von Diana Krall anknüpfen will. edel will auch weiterhin die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Eagle langfristig fortzusetzen. Als positiven Meilenstein der Kooperation erhielt die bei Eagle erschienene HipHop-DVD „Up In Smoke“ jüngst Gold für mehr als 25.000 verkaufte Einheiten, und auch andere Eagle-Titel liegen inzwischen über der Marke von 20.000 Stück, wie die vom Dance-Label Kontor kommende Scooter-DVD „Encore – The Whole Story“. „Auch direkt über edel veröffentlichen wir DVDs, wenn das Sinn macht. So waren die bisher erschienenen DVDs von Gregorian sehr erfolgreich, und auch mit der Scooter-DVD waren wir sehr zufrieden.“ Der Vertriebsexperte erläutert zudem einen Vorteil des neuen Bild- und Tonträger-Formats: „Während beispielsweise bestimmte CD-Titel nach fünf Jahren in das Midprice-Segment rutschen, bleibt das Preisniveau auch bei Backkatalog-Titeln im DVD-Bereich bislang konstant hoch.“
Lob spendet Bartels auch dem Handel: „Er hat auf das neue Format sehr schnell reagiert und begriffen, dass sich ein Produkt, dass er im Regal hat, auch verkauft. Allerdings muss die Qualität stimmen. Denn der Kunde achtet mittlerweile sehr genau darauf, dass es sich nicht bloß um eine Eins-zu-eins-Überspielung eines alten VHS-Bandes handelt.“ Auch die zur Einführung der Musik-DVD grassierende Diskussion nach dem besten Platzierungsort im Laden hält Bartels für gelöst: „Die meisten Händler haben inzwischen einen extra konfigurierten Bereich für Musik-DVDs – in meinen Augen die Ideallösung für das Format, weil dadurch viele Verbraucher, die oft gar nicht das vielfältige Angebot in diesem Segment kennen, auf andere Titel stoßen, die sie ebenfalls interessieren.“
Deswegen sieht Bartels in dem Medium ein Format, das nach wie vor Wachstumspotenzial birgt, weist aber auf eine unbefriedigende Situation hin: „Problematisch sind mit Ausnahme von HipHop-Titeln wie unserem ‚Up In Smoke“-Konzert DVDs für die junge Zielgruppe. Denn mit dem geringen Budget kaufen die Jugendlichen lieber eine günstigere Audio-CD, wenn sie nicht sofort zum Brenner greifen oder Titel illegal über das Internet beziehen.“



