Musik

ECM: Subtile Klangwelten

Das 1969 von Manfred Eicher gegründete Label ECM Records sorgt immer wieder mit herausragenden Eigenproduktionen für Aufsehen in der internationalen Jazz-Szene.

In diesem Frühjahr präsentiert die Firma gleich ein ganzes Bündel an vielversprechenden Veröffentlichungen, darunter neue Produktionen von John Abercrombie mit „Cat“n“Mouse“ (Bestellnummer: 014 001-2), des Tomasz Stanko Quartett mit „Soul Of Things“ (016 374-2) sowie von John Surman und Jack DeJohnette mit „Invisible Nature“ (016 376-2). Dazu kommen noch vier neue Alben des norwegischen Labels Rune Grammofon, darunter Aufnahmen von Alog, Arve Henrikson, Spunk und Monolight.

Trotz der hochwertigen Produkte ist es auch für ein Label wie ECM nicht immer einfach, seine Tonträger auf dem Markt zu platzieren. „Das Geschäft ist definitiv schwieriger geworden“, erklärt Pressesprecher Florian Ganselmeier, „unter anderem, weil es immer weniger Geschäfte gibt, in denen sich Fachverkäufer für ECM-Produkte oder andere Nischenprogramme einsetzen.“ Trotz dieser Problematik blickt man bei ECM durchaus nicht pessimistisch in die Zukunft: „Wir haben in den letzten Jahren mehr Platten herausgebracht als jemals zuvor. Von einer Repertoirekrise, von der viele Kollegen im Jazz- und Klassik-Bereich sprechen, ist bei uns nichts zu spüren.“ Eine entscheidende Rolle spielen dabei sicher die vielen Eigenproduktionen, mit denen sich ECM über die Jahre ein unverwechselbares Profil zugelegt hat. „Der langfristige Aufbau von Künstlern stand bei ECM von Anfang an im Vordergrund. Daran hat sich bis heute nichts geändert.“ Im Lauf der Jahre hat ECM auch die Vermarktung und den Vertrieb von anderen Labels übernommen, darunter Watt, Carmo und Rune Grammofon.

Der Schwerpunkt liegt aber weiterhin auf den eigenen Labels, mit denen über 90 Prozent des Umsatzes generiert werden. „Solange man die richtigen Konzepte verfolgt und sich vom Krisengerede nicht allzu sehr beeindrucken lässt, kann man weiterhin Platten veröffentlichen, die auch registriert werden.“