“Wir haben einen Tisch mit allen Siegertiteln gemacht“, erklärt Werner Will von Ludwig Beck in München, bei dem sich die Sendung deutlich bemerkbar machte. Unter anderem berichtet er von einem Kunden, der am 5. Oktober die Sony-Compilation, „Best Of Klassik 2001 – Die große Klassik-Gala“, kaufen wollte, nach einer Beratung dann aber „alle 46 Einzeltitel je einmal mitnahm“. Schon in den Tagen zuvor hätten sich diese Titel „permanent verkauft“. Als positiver Ausreißer fiel Will zudem die neue CD von Cecilia Bartoli, „Gluck Italian Arias“, auf. Hier gingen die Absatzzahlen laut Will bereits in der VÖ-Woche „in die hunderte“. Außerdem sei die Chopin-Einspielung von Anna Gourari „sehr gut“ gelaufen.
Auch Kurt Kühnpast von Schmorl & von Seefeld in Hannover sieht einen positiven Echo-Effekt, „besonders was Cecilia Bartoli betrifft. Neben ihrer neuen CD verkauft sich auch ihr Vivaldi-Album weiterhin gut.“ Weitere Hits waren bei Kühnpast, der die Spitzentitel aus der Siegerliste auf einem speziellen Angebotstisch präsentiert, die Sony-Compilation und die „Goldberg Variationen“ von Murray Perahia. „Sofort am Montag kamen Kunden und fragten nach der CD vom Trio Parnassus“, erklärt Wolfgang Reihing von L&P Classics in Berlin. Außerdem waren Titel von Thomas Quasthoff und Joan Sutherland gefragt. Bei der am 1. Oktober erschienenen CD von Bartoli vermutet er, dass viele Kunden diese auch ohne Klassik-Echo gekauft hätten. Und er merkt an: „Manche Firmen haben allerdings das Marketing für den Klassik-Echo verschlafen und konnten sich nur schwer auf gemeinsame Aktivitäten einigen.“
Peter Bertram vom Phonohaus in Frankfurt/M. erklärt: „Jede Klassik-Sendung im TV, die nicht allzu spät gesendet wird, löst in den Fachgeschäften Verkäufe aus.“ Wenn ein Mann wie Nigel Kennedy auftrete, dann würde das zu Käufen motivieren. Eine Klassik-Sendung wie die Echo-Aufzeichnung sei in der Lage, viele solcher Impulse auszulösen: „Dann fragen die Kunden vor allem nach den auftretenden Künstlern.“ Zudem habe die Veröffentlichung der aktuellen Bartoli-CD zahlreiche Kunden in den Laden gelockt. Bertram präsentierte daneben die Siegerliste in seinem Geschäft in einem Ständer als Sonderplatzierung. Keine Sonderplatzierung bekamen die Siegertitel des Klassik-Echos dagegen bei Dussmann – das KulturKaufhaus, wie Markus Kettner, stellvertretender Hauptabteilungsleiter, erläutert: „Wir hatten in den letzten Jahren immer einen Echo-Tisch mit Stapeln, haben es in diesem Jahr aber nicht gemacht, weil es sich früher nicht maßgeblich bemerkbar machte.“ Wie bei den meisten anderen Klassik-Spezialisten liegt allerdings auch bei Dussmann die letzte Ausgabe des „kulturSpiegel“ aus, die eine mehrseitige Sammelanzeige der Plattenfirmen mit allen Siegertiteln enthält. Besonders gefragt waren bei Dussmann neben der Sony-Compilation auch CDs von Barbara Frittoli als Sängerin des Jahres und die Aufnahme „South American Getaway“ der 12 Berliner Cellisten. Auch bei Dussmann toppte allerdings Cecilia Bartoli alle anderen Verkäufe: „Bartoli haben wir sehr gut verkauft. Die CD kam in der ersten Woche auf eine der besten je bei uns erzielten Verkaufszahlen“, sagt Kettner.



