Musik

Echo ohne Abräumer

Selbst Tokio Hotel bekamen nur eine Trophäe.

Denn keiner, der die Trophäe mit nach Hause nehmen durfte, konnte von sich behaupten, dass er der Abräumer des Abends war: Auch diejenigen Künstler, die mehrmals nominiert waren, konnten sich nicht mit einer Ansammlung von Trophäen als Spitzenreiter feiern lassen. Gerechtigkeit und Ausgeglichenheit also allerorten. Oder zumindest im Berliner Estrel Center, wo die pompöse Verleihung über die Bühne ging.

Als bester internationaler Musiker wurde zum fünften Mal in Folge Robbie Williams mit der Auszeichnung bedacht – und wieder war er nicht persönlich anwesend. Seine Dankesbotschaft übermittelte er per Videoschaltung und versprach: „Wir sehen uns bei der WM.“ Madonna erhielt den international renommierten Preis als beste weibliche Künstlerin. Auf nationaler Ebene gewannen Wir sind Helden im Band-Bereich, Xavier Naidoo als männlicher und die Österreicherin Christina Stürmer als weiblicher Soloact.

Ganz privates Echo

Wie nicht anders zu erwarten, wurden Tokio Hotel als beste Newcomer geehrt. Wollte man bewerten, welcher Künstler den anderen mit seinem Auftritt die Show gestohlen hat, dann waren die vier Magdeburger definitiv die Gewinner des Abends. Die schon legendäre Kreischorgie, die erschallt, sobald das Teenager-Quartett sich blicken lässt, übertraf ein weiteres Mal alle Erwartungen.

Internationaler Nachwuchsstar des Jahres wurde James Blunt. Seine Landsmänner von Coldplay erhielten den Preis als beste internationale Rock/Pop-Band. 50 Cent wurde als Rapper des Jahres geehrt, für den deutschsprachigen Raum ging diese Auszeichnung an die HipHop-Combo Fettes Brot. Im Bereich Rock/Alternative gewannen Rammstein auf nationaler und System of a down auf internationaler Ebene.

Der Preis für das Lebenswerk ging in diesem Jahr an den ewig jugendlich wirkenden Rock’n’Roll-Veteran Peter Kraus. Der Sonderpreis für besondere musikalische Leistungen ging an den irischen Sänger und „Live 8“-Organisator Bob Geldof.