Live-8-Organisator Bob Geldof hat eBay mit seiner Kritik zu einem Rückzieher gezwungen: Der Onlineauktionator schaltete laufende Verkäufe von Karten für das Event ab. Zuvor hatten über zwei Mio. Menschen an der Verlosung der Live-8-Tickets per SMS teilgenommen. Mit einer Gebühr von 1,50 Pfund (2,25 Euro) pro Textmessage konnten damit rund drei Mio. Pfund, umgerechnet 4,5 Mio. Euro, eingenommen werden. Die Verlosung der 150.000 Konzertkarten lief vom 6. bis zum 12. Juni. Die Hälfte des Geldes geht an den Princes Trust, mit dem Rest sollen andere Wohltätigkeitsorganisationen, darunter Help A London Child, unterstützt werden.
Organisator Bob Geldof aber war verärgert über das Verhalten einiger Fans, die ihre Karten bei eBay für teils bis zu 1000 Pfund pro Paar einstellten. „Hier wird Profit auf dem Rücken der Armen gemacht“, kritisierte Geldof. „Die Leute, die diese Karten anbieten, sind elend, aber noch schlimmer ist die Unternehmenskultur, die Kapital aus dem Leid anderer Menschen zieht.“ eBay sei ein „elektronischer Zuhälter“.
eBay sah dagegen im Verkauf von Live-8-Karten zunächst nichts Verwerfliches. „Der Verkauf von Karten für Wohltätigkeitsveranstaltungen ist in Großbritannien nicht illegal“, erklärte das Unternehmen zwischenzeitlich. „Da wir von den Verkäufen nicht profitieren wollen, bieten wir den Veranstaltern an, die eingenommene Gebühr zu spenden.“ Später verkündete das Auktionshaus dann das Aus für die laufenden Verkäufe.


