Musik

eastwest kooperiert mit Alphabet City und Storm Entertainment

Wachsen statt Wuchern

“Für die Zukunft kann unsere Veröffentlichungspolitik nur lauten, dass wir wachsen, aber nicht wuchern wollen“, sagt Stefan Friedrich, Senior Product Manager Dance bei eastwest. So hat eastwest in der letzten Zeit die Bemühungen für das eher kommerziell ausgerichtete Eigenlabel F+ forciert und damit auch Großraum-kompatible Club-Musik bei eastwest stärker integriert. „Damit hatten wir einen sehr guten Start, denn mit Tracks wie ‚Speed Up! (Luvstruck 2002)‘ von André Visior oder ‚Children‘ von 4Clubbers wächst unsere Charts-Ausbeute. Aber trotz dieses Erfolgs geht es uns um das gesamte stilistische Spektrum im Dance-Bereich.“ Es erschienen sogar mehr Titel auf dem Underground-orientierten Label Leaded/Fuel als auf F+, Zurückhaltung übte eastwest nur im House-Bereich: „Hier gab es wenige gute Titel. Und das ist auch nach wie vor unsere Label-Philosphie: starke Titel machen, unabhängig von der Genre-Ausrichtung.“ Dies zeigt sich am Label Alphabet City, mit dem eastwest eine „enge Kooperation“ geschlossen und bei der Firma Storm Entertainment Group, die eastwest exklusiv an sich gebunden hat.

Als erste Veröffentlichung folgt eine Neuauflage des Klassikers „I Believe“ von Celvin Rotane. Schwerpunkttitel im Herbst ist jedoch das Debütalbum von Tok Tok vs. Soffy O. „Mit einem Artist-Projekt wie diesem arbeitet man natürlich am liebsten. Denn mit dieser Formation, die aus dem Underground kommt, und uns als Major-Firma treffen zwei Welten aufeinander.“ Gleichzeitig ist das Album „ein gutes Beispiel dafür, dass wir uns statt an Tracks stärker an Acts orientieren werden, auch wenn wir das Geschäft mit Tracks natürlich nicht aufgeben wollen. Gerade bei den Künstlern auf Leaded, die vorrangig aus dem Track-Bereich kommen, steckt genügend Album-Potenzial.“ So kommt im nächsten Frühjahr etwa das zweite Album von Elektrochemie LK. „Gerade bei den Acts aus dem Underground, die anders als manche Produzenten ohne kommerziellen Zwang als Überzeugungstäter arbeiten, steht der Spaßfaktor im Vordergrund. Denn gute Musik hat immer auch mit Spaß zu tun.“

Andererseits weiß Friedrich auch, dass die Dance-Szene angesichts der Marktentwicklung die Kosten reduzieren muss. „Bei den Videobudgets ist uns das gelungen. Gerade weil wir etwa beim Video von André Visior mit einem niedrigeren Budget eine kreative Lösung gefunden haben, kam es sofort auf Rotation. Dennoch sehe ich die Entwicklung der Videokanäle mit Sorge, da sich hier ein Trend wie in der Radiolandschaft abzeichnet, wo nur noch bekannte Charts-Titel gespielt werden. Auch bei der Club-Promotion haben wir unsere Ausgaben für Bemusterung heruntergefahren, um damit den Vinyl-Handel zu stützen.“ Dies will eastwest auch mit neuen Tracks erreichen: Dazu zählen „#1“ von Blagger“s World, einem House-Tune von Phil Fuldners Label Polo Records, das Stück „How Can I“ von den Funky Divas, einem Act von Storm Entertainment, sowie neuen Singles von 4Clubbers und André Visioner. Und „Janeiro“ von Solid Session feat. Pronti & Kalmani hat laut Friedrich das Zeug zur Ibiza-Trance-Hymne des Jahres.