Diesmal hat er sich bei „East Meets East“ (EMI Classics, VÖ: 10. Juni) mit dem Krakauer Klezmer-Ensemble Kroke im Studio zurückgezogen. Über seinen Kontakt mit Krakauer Jazzern, darunter der Gitarrist Jarek Smietana, stieß er auf Kroke (jiddisch für Krakau) alias Tomasz Kukurbe an der Violine, Viola und Mund-Percussion, Jerzy Bawol am Akkordeon und Tomasz Lato am Kontrabass. Das Trio begann selbst mit Jazz, bevor es sich auf die Suche nach dem musikalischen Erbe der einst regen jüdischen Kultur in Krakau machte. Es integriert den Stargeiger mit den traurig-verträumten Augen und ebnet ihm den Weg vom europäischen hin zum Nahen Osten.
Entstanden ist ein atemberaubendes Album zwischen Klezmer, nordafrikanischen Einflüssen mit der Stimme von Natacha Atlas und orientalisch anmutenden Klängen wie in „T4.2“. Hier finden auch Rockelemente ihren Platz und lassen an Kennedys Jimi-Hendrix-Album „The Kennedy Experience“ (1999) mit der patzigen E-Geige denken. Und daran, dass manchmal ein Weniger an Effekten mehr gewesen wäre. Stilgrenzen stellen für Kennedy keine Barrieren dar: „Wer will, kann mich einen klassischen Geiger nennen; ich selbst verstehe mich als einen Musiker, der einfach Musik spielt – und nicht nur eine Art von Musik.“ Diese Einstellung machte ihn auch zum Botschafter der Musik, wozu ihn die Deutsche Phono-Akademie im vergangenen Jahr ernannte. „Er ist einfach ein Mann, der Musik macht und Musik entdeckt“, betont auch Maren Maren Borchers, Manager Press Promotion bei EMI Classics. „Diese Platte ist wie eine Umarmung. Und ich bin mir sicher, sie macht ihren Weg.“ EMI greift dem Produkt kräftig unter die Arme und versucht mit Anzeigen, bundesweiter Großdeko am PoS, einer Tour sowie umfangreicher Promotion in Print, Radio, TV und Online den Mythos Kennedy im Verkauf von „East Meets East“ zu nutzen.



