Musik

Eagle Vision setzt auf Vielfalt und Qualität

Bedeutung von Musik-DVDs wächst enorm

Mit „Live In Paris“ von Diana Krall und „Masterpiece“ von Andrew Lloyd Webber setzt Eagle Vision die Veröffentlichungspolitik aus dem vergangenen Jahr fort, als das Label Musik-DVDs unterschiedlichster Couleur veröffentlichte. Den größten Erfolg erzielte dabei die HipHop-Konzertdokumentation „Up In Smoke“, die in den Jahres-Charts von Media Con-trol auf Rang elf landete. Seitdem beurteilt Jörn Seidel, Manager Distributed Labels bei edel distribution, die kommerziellen Chancen von Musik-DVDs noch positiver: „Im Vergleich mit dem Vorjahr verspüren wir erneut eine große Veränderung. Die Musik-DVD ist gewachsen und wird enorm an Bedeutung gewinnen.“ Die gestiegenen kommerziellen Erwartungen der Firmen gehen jedoch einher mit den ebenfalls gewachsenen Anforderungen der DVD-Käufer, die nicht mehr mit Eins-zu-eins-Wiederveröffentlichungen alter VHS-Titel auf DVD zufrieden zustellen sind, wie Seidel erläutert: „Die Qualitätsansprüche der Verbraucher sind gestiegen. Mit jeder unserer Veröffentlichungen versuchen wir, dem Rechnung zu tragen. Die Leute wollen heute Clips in hoher Sound- sowie Bildqualität sehen; auch rares Footage wird verlangt.“ Deswegen bestehe die Gefahr, dass qualitativ nicht so aufwändige Produkte den Ruf der Musik-DVD ankratzen: „In letzter Zeit sind zu viele minderwertige Produkte auf den Markt gekommen. Ich nenne keine Namen, aber in vielen Fällen ging es da nur um die schnelle Mark.“

Dennoch erwartet Seidel einen raschen Fortschritt des DVD-Markts: „Ich bin kein Prophet und weiß nicht, wie sich das Verhältnis von CDs und DVDs entwickeln wird. Aber die Entwicklung geht weiter. Nach wie vor ist die Musik-DVD einer der großen Trends. Wir erwarten dieses Jahr, dass sich Hunderttausende einen DVD-Player zulegen, und spätestens mit dem Weihnachtsgeschäft wird auch die Musik-DVD ihren endgültigen Durchbruch erleben.“ Strategisch will Eagle Vision mit einer Vielzahl von Titeln darauf reagieren: „Wir veröffentlichen viel Backkatalog-Material, das sich bei unserem Repertoire natürlich anbietet. Aber auch ganz aktuelle Produktionen wie von Diana Krall oder neue Konzertmitschnitte von Yes oder Janet Jackson stehen bei uns 2002 noch auf dem Programm.“ Clip-Compilations passen laut Seidel derzeit nicht zu Repertoire und Konzept des Labels. Er räumt aber ein: „Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Denn grundsätzlich – und das zeigen die Beispiele bei anderen Firmen – sind auch Compilations ein sinnvoller Weg, das Format DVD zu nutzen. Vorausgesetzt die Qualität stimmt. Bei Eagle stehen indes Live-Konzerte und Dokumentationen wie die Reihe,Classic Albums“ im Vordergrund. Gerade bei dieser Serie kann man das Format sehr gut nutzen, denn hier spürt man die Leidenschaft, mit der Experten ein hochinformatives Package für Fans zusammengestellt haben.“