Am 26. November fand zum dritten Mal das Bavarian Open im Münchner Funkhaus des Bayerischen Rundfunks statt. Die gemeinsam vom Szene-Format „Zündfunk“ und dem Veranstalter Queerbeat ausgerichtete Veranstaltung war komplett ausverkauft.
Das Bavarian Open bietet sowohl internationalen Künstlern als auch etablierten deutschen Acts und regionalen Newcomern ein Forum. Das ist das Konzept der überaus beliebten Reihe in den holzgetäfelten Studios des Bayerischen Rundfunks. Stilistisch deckt die Veranstaltung dabei die aktuellen musikalischen Strömungen ab, die auch in diversen Sendungen unter dem „Zündfunk“-Banner stattfinden.
So reichte am Samstagabend die Bandbreite vom Electro-Clash der ehemaligen Ultraschall-Residents Dakar & Grinser bis zu den Minimal-Sounds der Regensburger Gebrüder Teichmann, vom intelligenten Deutsch-Pop der Formation Bernadette La Hengsts bis zum partytauglichen HipHop der Hamburger Spaß-Rapper Deichkind.
Über 20 Acts sorgten in den drei Sendestudios und im Foyer des Funkhauses für ein abwechslungsreiches Indoor-Festival, dem größten „Radio-Hall-Festival in ganz Europa“, wie die Veranstalter ankündigten. Besonderes gut angenommen wurden vom Publikum die Konzerte von Deichkind, die mit abenteuerlichen Müll-Kostümen auf sich aufmerksam machten, oder die persönlich-politischen Songs von Bernadette La Hengst. Der Auftritt der Hamburgerin, die auf dem Münchner Traditions-Label Trikont veröffentlicht, war eines der am besten besuchten Konzerte und wurde besonders frenetisch aufgenommen.
Höhepunkt des Bavarian Open war das München-Debüt von Shantels Bucovina Orkestar. Der Frankfurter House-Produzent Shantel hat im Balkan seine musikalische Bestimmung gefunden und bewiesen, dass Elektronik und Blasmusik aus Osteuropa bestens miteinander harmonieren. Das zeigt zum einen der große Erfolg der beiden von ihm zusammengestellten „Bucovina Club“-Sampler (Essay Recordings/Indigo), zum anderen die ausgelassene Stimmung beim wodkagetränkten Auftritt seines hervorragend aufgestellten Balkan Orchesters. Passend zum neu geschaffenen Regionen-Schwerpunkt beim Bavarian Open: Die polnischen Cool Kids Of Death boten soliden Disco-Punk à la Robocop Kraus und die Messer Chups aus St. Petersburg überzeugten als Surf-Horror-Multimedia-Duo.



