Musik

Dritte Ausgabe der German Dance Awards: Lob für Live-Acts, Kritik an Kategorien

Erstmals fanden am 12. Dezember die Gala und ein Teil der Aftershow-Parties der German Dance Awards (GDA) im „Grünspan“ statt. Hier stießen die Live-Auftritte von Kosheen, iio, Tok Tok feat. Soffy O. und Phil Fuldner auf Begeisterung. Gegenüber musikwoche.de äußerte die Dance-Szene allgemein Zustimmung zu den Awards, einzelne Fragen zu Kategorien und Siegern blieben jedoch umstritten.

Mehr zum Thema:


„Wir sollten uns einfach freuen, dass es die GDA gibt, und wir als Industrie sollten sie weiterhin unterstützen“, urteilt Florian Lormes, Chef der progressiven BMG-Abteilung Modul, im Gespräch mit musikwoche.de. „Auch wenn die Entscheidungen der Jury wohl immer Stoff für Diskussionen liefern werden“, ergänzt er.

So störte eine Entscheidung des Kritikergremiums besonders Schiller-Hälfte Mirko von Schlieffen, der im Gespräch mit musikwoche.de sein Unverständnis darüber ausdrückte, dass das Nummer-eins-Album „Weltreise“ von Schiller noch nicht einmal bei den Nominierten aufgetaucht sei, nur „weil wir inzwischen nicht mehr in den Dance-Charts gelistet werden.“ In der Kategorie gewann schließlich „Discovery“ von Daft Punk, einer von zwei Virgin-Siegern – drei, rechnet man den Preis für den besten Remix, der an den Mute/ Virgin-Act Depeche Mode ging, noch hinzu.

Im Gegensatz zu den eher Underground und Innovation verpflichteten Auszeichnungen, die Public Propaganda und Discomania als Veranstalter immer favorisiert hatten, forderte Piet Blank, der zusammen mit seinem Partner Jaspa Jones den Preis für den „nationalen Single Act“ entgegennahm, eine stärkere kommerzielle Ausrichtung. Damit sollen laut Blank kommerziell erfolgreiche Acts geehrt werden. Er fordert eine „Belohnung für die Gigi D“Agostinos dieser Welt. Denn von ihnen lebt die Branche“, so Blank.

Ungeachtet der Diskussionen über Sieger und Kategorie fand die Gala breite Zustimmung, wie Jens-Markus Wegener, Geschäftsführer der Public Propaganda Music Group, zusammenfasst: „Wir sind sehr zufrieden mit den diesjährigen Awards. Sehr gute Reaktionen gab es darauf, dass wir auf eine Bestuhlung des Saales verzichtet haben. Dadurch verlief der Abend etwas lockerer. Wir überlegen, ob wir dies im nächsten Jahr nicht beibehalten sollten.“

Wegener lobt die Live-Acts, die dieses Jahr für das musikalisch „beste Rahmenprogramm aller bisherigen Awards-Shows“ gesorgt hätten. Anders beurteilt dies Michael Lößl, Senior Product Manager Progressive & Dance bei BMG Ariola München. Er kritisiert die dritten GDA heftigst: „Dance hat Besseres verdient.“

Im nächsten Jahr wollen die Veranstalter weiter am Konzept der Preisverleihung arbeiten, wie Oliver Wegener, ebenfalls Geschäftsführer der Public Propaganda Music Group, bereits auf der GDA-Pressekonferenz betont hatte: „Wir sind sehr froh, dass wir gemeinsam mit dem BundesverbandPhono eine inhaltliche Einigung erzielen konnten, und wollen die produktive Zusammenarbeit fortsetzen.“