Musik

Dreisprachige Lieder mit doppeltem Boden

Mit ihrem ersten Soloalbum sorgte sie bereits für Aufsehen. Auf ihrer neuen CD „Trust Me“ überzeugt Trost mit eigenwilligen Songs.

Einen festen Plan verfolgte Trost für ihr zweites Soloalbum erst einmal nicht: „Als wir Ende 2004 in Australien auf Tour waren, hatte ich ein paar eigene Songs vorbereitet, weil ich wollte, dass Tom Carlyon, der Gitarrist der Band The Devastations, ein paar Gitarrenspuren draufspielt. In Melbourne gingen wir dann ins Studio, und alles hörte sich plötzlich genauso an, wie ich mir das schon immer vorgestellt hatte.“

Im März 2005 reiste Trost dann noch einmal nach Australien, um weiter an der Platte zu arbeiten. „Es gibt einfach Dinge im Leben, die man allein machen muss“, erklärt sie selbstbewusst. „Da ich nicht unter Ideenarmut leide, war es für mich nicht schwierig, genug Songs für dieses Album zu schreiben. Wenn ich alle meine Ideen umsetzen wollte, bräuchte ich wohl drei Leben.“

Länderübergreifend

Bei Trost geht es in erster Linie um „Zustände, in die ich gerate, wenn ich allein zu Hause bin“. Und diese „Zustände“ animieren sie dazu, Songs zu schreiben, die sich jeder herkömmlichen Konvention verweigern. Die zwölf Stücke auf „Trust Me“ sind weder klassischer Pop noch ungenießbare Avantgarde-Experimente – sie liegen genau zwischen diesen Polen.

Fünf Songs wurden in Australien fertiggestellt, die übrigen in Berlin eingespielt – mit Hilfe von F.J. Krüger (Ex-Ideal), Thomas Wydler (Nick Cave & The Bad Seeds), Jan Schade und Adam-Eve.

Ein Unterschied zwischen den australischen Schöpfungen und den Berliner Aufnahmen lässt sich allerdings nicht feststellen, obwohl Trost sich am Anfang nicht sicher war, ob die beiden Hälften wirklich zusammenpassen. „Letztlich ist aber nur wichtig, um was es bei den Songs geht und welches Gefühl man transportieren will“, meint die Sängerin.

Es funkte beim ersten Treffen

Die Zusammenarbeit mit F.J. Krüger beschreibt Trost als „sehr, sehr große Ehre. Mein Produzent Adam-Eve arbeitet schon länger mit ihm zusammen. Und so habe ich ihn eines Tages im Studio kennen gelernt, und es hat perfekt funktioniert“.

Dass sie auf „Trust Me“ neben Englisch und Deutsch zum ersten Mal Französisch singt, erklärt sie mit ihrer Jugend in Westberlin: „Das sind die drei Sprachen, die in Westberlin gesprochen wurden, und ich fand das immer sehr interessant. Eine andere Sprache verleiht mir auch eine andere Stimme. Wenn ich das Gefühl habe, ein Song braucht einen französischen Text, dann muss ich das auch so verwirklichen.“