Musik

Drafi Deutscher gestorben

Der Sänger, Komponist und Produzent Drafi Deutscher ist tot. Er starb im Alter von 60 Jahren in einem Frankfurter Krankenhaus, wo er bereits seit dem 30. Mai nach multiplen Nervenversagen im Koma lag.

Der Sänger, Komponist und Produzent Drafi Deutscher ist tot. Er starb im Alter von 60 Jahren in einem Frankfurter Krankenhaus, wo er bereits seit dem 30. Mai nach multiplen Nervenversagen im Koma lag. Hier hatte sich sein Gesundheitszustand verschlechtert. Nach Lungenentzündung und einer vom Herzen ausgehenden Kreislaufschwäche hatte sich der am 9. Mai in Berlin geborene Künstler auch noch eine bakterielle Infektion zugezogen.

Deutscher, Sohn eines ungarischen Klassikpianisten, wuchs in ärmlichen Verhältnissen, unter anderem in einem Obdachlosenasyl, auf. 1963 entdeckte Peter Meisel den jungen Sänger und Gitarristen in der Berliner Beat-Szene. Auf Deutschers ersten Hits „Shake Hands“ und „Heute mal ich dein Bild, Cindy Lou“ verband der Sänger, der Elvis Presley bewunderte, den deutschen Schlager mit angloamerikanischen Beat-Elementen. 1965 kam mit „Marmor, Stein und Eisen bricht“ sein größter Hit auf den Markt, an dem er auch als Co-Autor beteiligt war und den er zeitlebens als seine „Altersversorgung“ bezeichnete. Mit einer englischen Version kam Deutscher 1966 damit in die US-Charts.

Nach einer Verurteilung zu neun Monaten Haft auf Bewährung wegen „Erregung öffentlichen Ärgernis“ folgte ab Mitte der 60er Jahre auch Ärger mit dem Finanzamt. Darunter litt seine eigene Karriere, aber in den 70er Jahren macht er vor allem als Komponist wieder von sich reden. Er schrieb unter anderem „Fly Away Pretty Flamingo“ für Peggy March, „Belfast“ für Boney M., „Silverbird“ für Tina Rainford und „Mama Leone“ für Bino.

In den 80er Jahren gelingt ihm mit den Song „Jenseits von Eden“, den er für Nino de Angelo schrieb sowie produzierte und dann später unter dem Projektnamen Masquerade auch in englisch selber sang, ein weiterer Riesenhit. In der Folgezeit ist er auch mit dem Projekt Mixed Emotions immer wieder in den Charts vertreten. Bis in die 90er Jahre feierte er weitere Erfolge und trat auch beständig live auf. So hätte er auf dem großen Donauinselfestival in Wien Ende Juni ein Konzert geben sollen.

Als eine der letzten Veröffentlichungen hatte edel im Mai die 3-CD-Box „Diesseits von Eden – Die große Drafi Deutscher Hit-Collection“ auf den Markt gebracht.

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