Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland gar nicht schlecht ab, was die Akzeptanz des nationalen Repertoires angeht. Deutsche Signings machten im Jahre 2002 44,7 Prozent des Gesamtmarkts aus und nähern sich damit dem Anteil der internationalen Produktionen mit 48,7 Prozent an. In den letzten beiden Jahren hatte der Domestic-Wert jeweils rund 40 Prozent betragen nach konstanten 43 Prozent in den Jahren 1997 bis 1999. Der plötzliche starke Zuwachs von 4,7 Prozent im Jahre 2002 dürfte indes kaum mit breit gestreuter Umsatzsteigerung inländischen Repertoires zu erklären sein, sondern ist klarer Ausdruck des Grönemeyer-Faktors. Der schönte 2002 eben nicht nur das Gesamtresultat, sondern auch die Domestic-Quote erheblich. Der aktuelle Wert von 44,7 Prozent ist aber jedenfalls der mit Abstand höchste der letzten zehn Jahre. Anfang der Neunziger dümpelte der Marktanteil der nationalen Produktionen und Signings noch bei bescheidenen 30 Prozent dahin. Für das Jahr 2002 liegen die internationalen Vergleichszahlen zwar noch nicht vor. Es ist aber bemerkenswert, dass der deutsche Domestic-Anteil derzeit höher liegt als der Wert der anerkannten Pop-Großmacht Großbritannien anno 2001 (43 Prozent). Zwar reicht Deutschland noch längst nicht an Nachbar Frankreich heran (59 Prozent anno 2001), doch selbst die Radioquoten-begünstigten Franzosen lagen beispielsweise 1998 mit 43 Prozent unter dem aktuellen deutschen Ergebnis. Und Verhältnisse wie in den USA sind schließlich kaum erstrebenswert, wo 2001 mit 93 Prozent Domestic-Anteil der Musikmarkt fast gänzlich ohne ausländische Beteiligung stattfand.
Domestic-Anteil im internationalen Vergleich
Deutschland legt zu im Grönemeyer-Jahr


