Die wichtigsten Presseagenturen AFP, AP, ddp und dpa verzichten auf eine Wortberichterstattung über die derzeit laufende Tournee von Robbie Williams. Der Deutsche Journalisten Verband (DJV) begrüßt den konsequenten Verzicht.
Auslöser für den Verzicht ist der Ausschluss von Bildjournalisten der Nachrichtenagenturen von den Konzerten. „Nach Knebelverträgen ist dieser Ausschluss von Fotografen nun der nächste Versuch, die freie Berichterstattung über Robbie Williams zu verhindern“, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken das Vorgehen der Tourveranstalter. „Williams und seine Manager kommen anscheinend nicht damit klar, dass die Medien nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen.“
Schon im vergangenen Jahr hatten unter anderem dpa, AP und ddp freiwillig auf die Wort- und Bildberichterstattung über das Robbie-Williams-Konzert in Berlin verzichtet. Grund waren damals die Verträge, die Bildjournalisten für eine Akkreditierung unterschreiben mussten. Diese Verträge schränkten die zeitliche und räumliche Nutzung der Konzertfotos und die Arbeitsmöglichkeiten der Fotografen vor Ort deutlich ein. Konken weiter: „Solchen Knebelverträgen, die leider immer mehr in Mode kommen, wollten die Agenturen nicht zustimmen und sie verzichteten konsequenterweise auch auf jegliche Wortberichterstattung über das Konzert. Doch statt die Vertragsinhalte zu überdenken, reagieren die Organisatoren nun scheinbar beleidigt.“
„Die Künstleragenturen versuchen so Einfluss darauf zu nehmen, auf welche Weise ihre Klienten fotografiert werden. Man will sie wohl möglichst vorteilhaft herüberbringen“, vermutet Hendrik Zörner vom DJV, gegenüber der österreichischen Zeitschrift „Der Standard“.
Beim durchführenden Veranstalter MCT Agentur wollte man zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen.
In den vergangenen Jahren hatte der DJV aus denselben Gründen zu einem Boykott bei Konzerten von Bob Dylan und Peter Gabriel aufgerufen.



