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Dixie Chicks kämpfen auf US-Tour mit alten Ressentiments

Sie sind die Queens des modernen Country, ihr aktuelles Album verkaufte sich in den ersten drei Wochen fast eine Mio. mal, doch im Kernland ihrer Fangemeinde haben die Dixie Chicks auch drei Jahre nach ihren Äußerungen gegen den US-Präsidenten Probleme. Der Vorverkauf für die kommende Tournee läuft holprig.

Sie sind die Queens des modernen Country, ihr aktuelles Album „Taking The Long Way“ verkaufte sich in den ersten drei Wochen 972.000 Mal, doch im Kernland ihrer ursprünglichen Fangemeinde haben die Dixie Chicks auch drei Jahre nach ihren kritischen Äußerungen über US-Präsident George W. Bush Probleme. Der Vorverkauf für die am 21. Juli beginnende „Accidents and Accusations“-Tournee läuft ziemlich holprig. Nach Aussagen des Managements gibt es zwar offiziell keine Konzertabsagen, doch in mindestens zwölf der zunächst geplanten 42 Städte laufen die Abverkäufe so schleppend, dass der Vorverkauf zunächst gestoppt wurde.

Davon betroffen sind u.a. die Termine in Los Angeles, Memphis, St. Louis, Houston, Indianapolis, Jacksonville und Oklahoma City. Die Absatzflaute der Dixie Chicks war sogar dem „Wall Street Journal“ einen umfassenden Bericht wert. Bei der letzten Tournee im Jahr 2003 nämlich konnte das Trio fast 900.000 Tickets an einem Wochenende verkaufen. Die Tour war in jenem Jahr mit 62 Mio. Dollar Umsatz die erfolgreichste Konzertreise eines Country-Acts. Von Panikmache will Bandsprecherin Kathy Best jedoch nichts wissen: „Die Tour wird weder verlegt noch abgesagt. Es kommt vielleicht zu einer Umstellung der Termine.“

Branchenbeobachter merken jedoch an, dass sich an der feindseligen Haltung vieler Marktteilnehmer in der Country-Szene wenig geändert hat. Zahlreiche Radiosender boykottieren die Dixie Chicks weiterhin. In Atlanta z.B., wo der Kartenverkauf für das Konzert in der Philips Arena wenig berauschend lief, verweigerten die zwei örtlichen Country-Sender sogar die Ausstrahlung von Werbespots für die Tournee. Die drei Country-Ladies lassen sich jedoch davon nicht unterkriegen: „Wir gehen dahin, wo unsere Fans sind“, steht auf ihrer Website.

Das könnte in Städten wie New York, Boston, Toronto, Chicago, Philadelphia oder Minneapolis sein. Dort läuft der Kartenverkauf bisher wie gewohnt gut. Es scheint, als hätten es sich die Dixie Chicks mit einigen der erzkonservativen Fans dauerhaft verscherzt. Zumal sie auch auf der neuen Platte nicht von ihrer Position abrücken: „I’m not ready to make nice. I’m not ready to back down“, singen die drei auf der ersten Single „Not Ready To Make Nice“.

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