Das amerikanische Unternehmen DiscLive hat damit begonnen, direkt nach Konzerten Live-Mitschnitte des Auftritts an das Publikum zu verkaufen. Nach diversen Testläufen startete das Angebot bei einem Konzert von Jefferson Starship in der Nähe von Niagara Falls. Von 900 Konzertbesuchern kauften 220 die CD zu einem Preis von 25 Dollar direkt nach dem Konzert. Rund 60 Fans hatten die CD sogar Tage vor dem Konzert vorbestellt. DiscLive will die Zahl der zu verkaufenden CDs auf 20 Prozent der Kapazität des Venues beschränken, um ein „high-end concert memorabilia“ zu schaffen, wie DiscLive-CEO und frührerer President von Loud Records, Rich Isaacson, erklärte. Ein lohnendes Geschäft ist der Verkauf dieser Live-CDs in der Größenordnung des Jefferson-Starship-Konzerts jedenfalls noch nicht: DiscLive erklärte, an jeder verkauften CD im Schnitt nur rund sechs Dollar zu verdienen, der Rest geht an Band, Venue, Label und Royalties. Anders könnte das Geschäftsmodell bei Großveranstaltungen mit mehreren zehntausend Besuchern aussehen. „Wir schaffen einen ganz neuen Markt. Wir bauen Vertrauen auf“, meint Isaacson zuversichtlich.
US-Veranstaltermulti Clear Channel Entertainment hat ebenfalls seit ein paar Wochen begonnen, unter dem Namen „Instant Live“ CDs direkt nach Ende der Shows zu verkaufen. Clear Channel nimmt pro CD 15 Dollar, beschränkt aber nicht die Menge der angefertigten CDs. Branchenbeobachter vermuten, dass dieses Modell wesentlich mehr Ärger bei den Plattenfirmen bedeuten wird als der zeitlich und quantitativ begrenzte Verkauf nach dem DiscLive-Modell. „Aber was ist, wenn ein Studioalbum ‚durch‘ ist und die Verkaufszahlen im Keller sind? Unser Modell schaft Umsatz ohne Extrakosten für die Labels“, hält Steve Simon, Executive Vice President bei der Clear Channel Entertainment Music Group, dagegen.
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