Musik

Direkte Ansprache an den Endkonsumenten

Aktion „Wie lange brennt Musik“

Auch wenn die Gothic-Szene von drastischen Umsatzeinbrüchen bislang verschont blieb, sah die Szene Grund zum Handeln: Unter dem Motto „Wie lange brennt Musik“ haben sich mehrere Labels zur einer konzertierten Anzeigenaktion entschlossen. Die Doppelseite wird im Vorfeld des Wave-Gothic-Treffens in Leipzig in den Juni-Ausgaben der drei wichtigsten Szene-Zeitschriften, „Sonic Seducer“, „Orkus“ und „Zillo“ erscheinen. Die drei Magazine veröffentlichen diese Anzeige kostenlos und Unterstützen so das Vorhaben der Labels. Das besondere an dieser Aktion ist, dass zahlreiche Künstler, unter anderem De/Vision, Clan Of Xymox, Goethes Erben, Funker Vogt, Suicide Commando, Welle:Erdball und Mila Mar, ihre Fans mit einem kurzen Text direkt auf die Problematik des Brennens und illegaler Downloads ansprechen. Gerade für Bands, die nur 5000 bis 20.000 Einheiten je Album verkaufen, wird diese Praxis immer mehr zum Problem. Die Idee zu dieser Aktion stammt von Stefan Herwig, dem Geschäftsführer des Labels Dependentund von Mindbase Music Management. „Unsere Branche hat ein Imageproblem. Wir versuchen seit Jahren, unser Geschäftsmodel vor allem durch Gängelung des Kunden aufrecht zu erhalten.“ Für Herwig ist es deshalb auch kein Wunder, dass der Kunde auf die Appelle der Musikindustrie nicht eingeht. „Als wir bei den Künstlern wegen unserer Aktion angefragt haben, war das Echo sehr positiv. Und wir haben diese Kampagne in extrem kurzer Zeit realisiert.“ Neben Stefan Herwig haben sich für die Aktion folgende Labels und Personen am meisten engagiert: Gero Herrde von SPV Schallplatten, Burghard Köhn von Accession Records, Stephan Thiemann von Pandaimonium, Bogdan Kopec von Drakkar Entertainment GmbH, Lorenz Macke von Synthetik Product Records, Volker Zachariasvon Strange Ways und Torben Schmidt von Dying Culture. Ob die Aktion fortgesetzt wird, hängt vom Echo der Fans auf die Anzeigenaktion ab.