Musik

Digitalfunker wehren sich gegen Tantiemenforderungen der Plattenfirmen

Der Tonfall in den Gesprächen zwischen Rechteinhabern und Satellitenradiobetreibern wird rauer. Laut Sirius wollen die Labels künftig bis zu 30 Prozent der Umsätze als Tantiemen verlangen. Diese Verfünffachung der Vergütungssätze wollen sich die Digitalfunker nicht gefallen lassen.

Der Tonfall in den Gesprächen zwischen den Rechteinhabern und den amerikanischen Satellitenradiobetreibern wird rauer. Nach Angaben des Finanzchefs von Sirius wollen die Labels künftig bis zu 30 Prozent der Umsätze als Tantiemen verlangen. Diese Verfünffachung der Vergütungssätze wollen sich die Digitalfunker nicht gefallen lassen. „Es gab da in letzter Zeit ein paar hartnäckige Gespräche und die Labels waren nicht besonders entgegenkommend“, sagte David Frear, Executive Vice President und CFO bei Sirius Satellite Radio, im Rahmen einer Konferenz von Bear Stearns in der vergangenen Woche.

Die RIAA-Mitglieder drängen seit einiger Zeit auf eine deutliche Erhöhung der Tantiemensätze für Sirius und XM, laut Frear fordern manche Rechteinhaber sogar 30 Prozent der Umsätze. Angesichts der stark wachsenden Einnahmen in diesem jungen Mediensektor entstünde bei den Labels eine ungerechtfertigte Goldgräberstimmung. Doch trotz der Umsatzexplosion im Satellitenradio sind die beiden marktbestimmenden Unternehmen noch weit von schwarzen Zahlen entfernt. Laut den noch bis Ende des Jahres gültigen Vergütungssätzen, die bereits vor über sieben Jahren festgelegt wurden, zahlen Sirius und XM derzeit rund sechs Prozent ihrer Einnahmen an die Plattenfirmen.

Sollte bei den Verhandlungen bis zum 30. Juni keine Einigung erzielt werden, geht der Fall ins Schlichtungsverfahren. Alle Zeichen deuten allerdings genau darauf hin. Angeblich setzten die Labels ihre Forderungen absichtlich so hoch an, weil sie nicht nur eine angemessenere Vergütung anstreben, sondern weil sie sich vor technologischen Neuentwicklungen schützen wollen. Larry Kenswil, Leiter der Universal-Abteilung eLabs, erklärte beim gleichzeitig in New York stattfindenden Digital Music Forum, dass er Satellitenradioempfänger mit Aufzeichnungsfunktion für ein großes Problem im Dialog mit den Digitalfunkern hält. Mit Geräten wie dem S50 von Sirius können Nutzer Sendungen aufnehmen und danach auf den Computer übertragen, wo die Musikdateien nach Wunsch immer weiter zu verwenden sind.

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