Musik

Diese Musiker brauchen keinen Hype

Unter dem Namen „Zinoba“ legt das Trio aus Sänger Jan Plewka, Drummer Stephan Eggert und Gitarrist Marco Schmedtje ein überzeugendes, kräftig rockendes Debütalbum vor.

Zinoba“ erscheint bei Four Music, einem Label, das bis jetzt vor allem mit Veröffentlichungen in den Genres HipHop, Reggae & Soul glänzte. „Das hat durchaus Vorteile für uns“, erklärt Marco Schmedtje. „Jan hatte noch von seiner Zeit bei Sony Kontakte zu Fitz Braum, dem Geschäftsführer von Four Music, und der hatte schon im Vorfeld Interesse an unserer Arbeit angemeldet. Wir haben dann drei Titel aufgenommen und konnten uns sehr schnell einigen.“

Auch Jan Plewka gewinnt der Zusammenarbeit nur positive Aspekte ab. „Jeder Tag den man zusammen rumhängen kann, ist ein Fest.“ Produziert wurde das erste Album von Dinesh Ketelsen und Manfred Faust. „Dinesh kenne ich schon sehr lange“, berichtet Marco. „Inzwischen spielt er als zweiter Gitarrist bei unseren Livekonzerten mit.“

Auch wenn zwei Musiker bei Zinoba aktiv sind, die vorher schon bei Selig zusammenarbeiteten, kann Marco Schmedtje kein musikalisches Übergewicht in dieser Richtung erkennen. „Mit dieser Frage werden wir natürlich immer wieder konfrontiert. Doch wer sich unsere Musik genau anhört, dem wird einem schnell auffallen, dass wir eben unser eigenes Ding machen.“

„Ein gutes Dreigestirn, so ähnlich wie die drei Grundakkorde.“

Die elf Stücke entstanden sehr spontan. „Wir haben viele Jam-Sessions in unserem Übungsraum veranstaltet, ohne uns vorher groß über die Richtung zu unterhalten. Jeder hatte ein paar Platten dabei, die wir uns gegenseitig vorspielten. Darauf aufbauend sind dann nach und nach die Songs für das Album entstanden.“

Gegründet wurde Zinoba im Herbst 2002. „Wir haben uns ein paar mal getroffen und beschlossen, dieses Projekt auf die Beine zu stellen, nachdem Jans Solovertrag ausgelaufen war.“ Dank dieser Entscheidung darf sich die Musikwelt jetzt auf eine Gruppe freuen, die noch genau weiß, wann es an der Zeit ist, richtig Gas zu geben, und die ebenso zielstrebig in ruhigere Gewässer einbiegen kann, ohne dabei den roten Faden zu verlieren.

Zinoba brauchen keinen Hype, um mit ihrer Musik die Herzen ihrer Fans zu treffen. „Ich bin sehr glücklich, mit Freunden zusammen Musik machen zu können“, erklärt Jan Plewka. „Es gibt doch eigentlich nicht Schöneres. Ein gutes Dreigestirn, so ähnlich wie die drei Grundakkorde.“

Mehr Groove als Selig

Jan Plewka, der nach seinen Soloausflügen nun wieder mit einer Band unterwegs sein kann, legt viel Wert auf eine ausgewogene Balance zwischen Wort und Ton. „Ich schreibe nach wie vor keine Gedichte, sondern versuche, meine Texte möglichst stimmig mit der Musik zu verbinden. Da wir jetzt zu dritt Songs schreiben, und Stoppel von Anfang an beteiligt war, ist der Groove wichtiger geworden. Das ist wohl der entscheidende Unterschied zur Zeit mit Selig.“

Bevor überhaupt ein Song von Zinoba veröffentlicht war, ging die Gruppe im November und Dezember 2003 bereits auf Tour. „Diese Erfahrung möchte ich nicht missen“, betont Jan Plewka. „Die Resonanz war sehr gut und hat uns noch einmal einen mächtigen Schub gegeben.“

Bäriger Auftakt

Für den Soundtrack zu Fatih Akins Film „Gegen die Wand“, der gerade den „Goldenen Bären“ bei den Berliner Fimfestspielen gewonnen hat, spielte die Gruppe zudem eine Coverversion des Talk-Talk-Klassikers „Life’s What You Make It“ ein.

„Wir sind aus allen Wolken gefallen, als wir vom Goldenen Bären in den Nachrichten gehört haben“, erklärt Schlagzeuger Stephan „Stoppel“ Eggert. „Damit hatten wir einfach nicht gerechnet. Ist doch ein gutes Omen für dieses Jahr, wenn es schon so positiv losgeht.“