“Beim Online-Auftritt von Viva Plus haben wir uns auf Key-Features und deren benutzerfreundliche Bedienbarkeit konzentriert“, erklärt Marc Adam, Managing Director der digitalen Viva-Dienste und langjähriger Leiter der Online-Auftritte von Viva. Dabei greift Viva Plus zum Teil auf bereits getätigte Investitionen für www.viva.tv zurück und präsentiert Elemente, die „man heute aus finanziellen Gründen sicher nicht mehr implementieren würde.“
Seit knapp einem Jahr ist aus seiner Sicht die Zeit der überteuerten Webauftritte vorbei. „Viele der avisierten Revenue-Modelle sind in der operativen Umsetzung gescheitert. Internet-User wurden oftmals mit zu schwer verständlichen oder überzüchteten Funktionalitäten konfrontiert, die vom Markt nicht angenommen wurden.“
Nicht nur der Online-Auftritt des neuen Senders, der stark an das Design der TV-Optik angelehnt ist, sondern auch die Laufbänder – die sogenannten Crawls -, sowie alle Telekommunikationsdienstleistungen werden von seinem Team zur Unterstützung der Konvergenz bereitgestellt. Das sechsköpfige Internet-Redaktions-Team von Viva Plus bestückt diese Elemente mit Informationen und integriert online zum Beispiel mobil erhobene Votings, die sich regelmäßig im TV-Programm widerspiegeln.
In Zusammenarbeit mit den Viva-Redaktionen bringen die Redakteure des Kanals ihre recherchierten Inhalte aktiv ein, da alle Webinhalte aus dem Fernseh-Programm gesteuert werden. Die User wiederum können über das Internet direkten Kontakt mit dem TV-Studio aufnehmen, Grußnachrichten über den Crawl auf den Fernseher senden und an der Programmgestaltung aktiv mitwirken. Die täglich von Usern bestimmten Top Ten strahlt der Sender dann jeden Abend im Fernsehen aus. Damit will der Sender den selbstgestellten Anspruch des „ersten konsequent konvergenten Musik-TV-Programms weltweit“ umsetzen. Konvergenz bedeute dabei, den Nutzer an „relevanten Stellen“ über verschiedene Medien in das Programm einzubeziehen und zu erreichen.
„Was wir nicht wollen, ist der penetrante Versuch, den Zuschauern ihr Mitwirken ‚aufzudrücken“. Ich bin der Meinung, dass mit den bestehenden Technologien immer noch nicht die Konvergenz gelebt werden kann, die wir uns wünschen. Rückkanalfähige Set-Top-Boxen beispielsweise haben bisher so wenig den Markt durchdrungen, dass wir mit der Umsetzung von Formaten, die diese Technologie berücksichtigen, den Großteil der Zuschauer verprellen würden. Wir müssen allen Zuschauern die Möglichkeit geben sich aktiv zu beteiligen. Der Erfolg hängt dabei von den jeweiligen Inhalten ab“, erläutert Adam, der jedoch darauf aufmerksam macht, dass die Beteiligung von AOL schon jetzt eine perfekte Plattform bietet, um gemeinsam sehr früh Erfahrungen mit den zukünftigen Technologien zu machen.
Im Vordergrund steht bei www.vivaplus.tv eine Website, die sich auf Information, Internationalität und Interaktivität konzentriert. Mit Sendestart von Viva Plus steht neben dem Viva-Programm auch das Viva-Plus-Programm als Live-Stream im Netz. „Wir wollen im Umfeld musikbezogener Information eine der erfolgreichsten Musik-Sites in Deutschland werden“, sagt Adam. Dazu sollen schnelle Ladezeiten, eine einfache Navigationsstruktur und vor allem das internationale Korrespondentennetzwerk von Viva Plus beitragen.
„Bei www.viva.tv steht nach wie vor der Entertainment-Charakter im Vordergrund, den wir in einer visionären Art und Weise mit Flash umgesetzt haben. Durch die damit verbundenen technischen Anforderungen an die Rechner der User konnten wir nicht alle Besucher erreichen und haben vor einiger Zeit einen additiven HTML-Zugriff geschaffen. Die Statistiken zeigen heute, dass der – vom Entertainment-Wert schwächere – HTML-Bereich – genauso hohe Zugriffsraten aufzeigt wie der Flash-Teil“, erläutert Adam.
Die Webaktivitäten bei Viva Plus, anders als www.viva. tv, konzentrieren sich zum Start auf die Zugänglichkeit und den Informationsgehalt. Den Entertainment-Wert wollen Adam und sein Team dabei vor allem über den Inhalt erzeugen. „Dass beide Seiten überdurchschnittlich mit der Konvergenz umgehen, beeinflusst die unterschiedliche Positionierung der Kanäle nicht. Sicherlich wird es aber auch Themen geben, die auf beiden Sendern zu sehen sind, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden.“
Redaktionell ergeben sich auch Synergien, wenn das Team auf das gleiche Bilderarchiv zurückgreift oder beispielsweise bereits digitalisierte Musik-Videos auf beiden Plattformen promoten kann. „Sollte ein bei Viva Plus angeschnittenes Thema sehr viel ausführlicher auf Viva dargestellt werden – oder umgekehrt -, ist selbstverständlich auch eine Querverlinkung angedacht.“


