Die Toten Hosen haben es in ihrer fast 20-jährigen Karriere stets verstanden, das Publikum Anteil an ihren Erfahrungen nehmen zu lassen – die mitunter ziemlich komisch sind, man denke etwa an die unglückliche Beziehung der Deutschpunks zu ihrem chronisch erfolglosen Heimatverein Fortuna Düsseldorf; oder an ihr Verhältnis zum Alkohol, das mit jeder Scheibe aufs Neue besungen wird. Im Lauf der Zeit haben Campino & Co. aber immer wieder auch ernsthafte Themen angesprochen, wie etwa Rechtsradikalismus, Religion oder Tod.
Für ihr aktuelles Album, „Auswärtsspiel“ (Bestellnummer: 5245-02002-2), entstanden wieder einige Texte, die ihre Sympathisanten in gewöhnter Grölmanier mitschmettern können. In „Graue Panther“ geht es in ironisierender Weise um alternde Punks, „Kanzler sein…“ ist ein bissiger Beitrag zur Tagespolitik, „Kein Alkohol (ist auch keine Lösung)“ versteht sich von selbst und im nachdenklichen „Nur zu Besuch“ verarbeitet Andreas „Campino“ Frege den Tod seiner Mutter. Musikalisch gab es vor allem ein Ziel: „Wir wollten die alte Energie wiederfinden“, betont der Frontmann, der mit dem letzten Hosen-Album „Unsterblich“ (1999) nicht recht zufrieden war. Daraus zogen die Rheinpiraten Konsequenzen und wandten sich wieder dem traditionellen Drei-Akkorde-Pogo zu, der den Fans das Mitsingen erleichtert. „Wir besaßen Ende der Siebziger schon 150 Punkplatten, die alle die gleichen Griffe hatten. Ich mag die späten Ramones-Scheiben genauso wie die frühen. Das ist eine Form von Energie, die ich schätze“, stellt Campino fest. Andererseits müsse „nicht jedes Lied mitgesungen werden. Es macht uns auch Spaß, im Proberaum mal richtig rum zu hacken.“
Rage Against The Machine und Papa Roach nennt Campino als Einflüsse. „Unsere Musik wird uns nicht langweilig, weil wir eine gewisse Abwechslung reinbringen. Dieser Spagat hat bisher immer Spaß gemacht. Wenn wir uns nicht bemühen, auch andere Sachen aufzunehmen, werden wir berechenbar. Allerdings wirst du auch bei diesen Songs immer wieder die Hosen raushören.“



