Musik

Die literarische Wiederaufstehung des Jim Morrison

Zum 20. Todestag 1991 porträtierte der „Doors“-Film von Oliver Stone den 1971 verstorbenen Frontman der Band als tragischen Trinker. Zehn Jahre später sind drei neue Bücher erschienen, die bemüht sind, Leistung und Ruf des charismatischen Sängers, Dichters und Filmemachers in ein anderes Licht zu rücken.

Dies gelingt der renommierten Musikjournalistin Ingeborg Schober, die mit ihrem Buch „Jim Morrison“ in der Reihe dtv portrait (Deutscher Taschenbuchverlag, ISBN 3-423-31049-9) die bislang beste Einsteigerlektüre liefert. Schober gibt viele Hintergrundinformationen über die Musikszene jener Tage und beschreibt Leben und Werk Morrisons von seiner Kindheit bis zu den letzten Tagen in Paris. Dabei übernimmt sie jedoch einige Male zu unkritisch Anekdoten aus dem jüngst wiederveröffentlichten Standardwerk „No One Here Gets Out Alive“, das Doors-Keyboarder Ray Manzarek einmal als „Nothing here but lies“ bezeichnete.

Einen anderen Ansatz hat Hans Pfitzinger in „The Doors/Tanz im Feuer“ (Lotsch Verlag, ISBN 3-930968-26-6) gewählt, der in Morrison einen Rebellen gegen seine Zeit sieht und eine soziokulturelle Analyse der Epoche gleich mitliefert. Morrison (beinahe) im Original bietet „The Doors – In Eigenen Worten “ (Palmyra Verlag, ISBN 3-930 378-35-3), das im englischen Original von Andrew Doe und John Tobler bereits 1988 erschien. Mit einem Vorwort von Heinz Rudolf Kunze haben die Autoren zu verschiedenen Themengebieten Zitate zusammengestellt, die ins Innenleben der Band blicken lassen, aber auf deutsch viel von der Magie Morrisonscher Sprachgewalt einbüßen: „We have fun, the cops have fun, the kids have fun. It“s a weird triangle“ klingt eben doch poetischer als „Wir haben unseren Spaß, die Bullen haben ihren Spaß, das Publikum hat seinen Spaß. Es ist so“ne verrückte Dreiecksgeschichte.“

Pflichtlektüre bleiben die Autobiographien von Ray Manzarek, John Densmore, Morrisons zeitweiliger Lebensgefährtin Patricia Kennaely, seinem Manager Danny Sugerman (der mit „The Illustrated History“ den schönsten Bildband zum Thema vorgelegt hat), die Biographie und Interviewsammlung „The Lizard King“ von Jerry Hopkins und für Experten das umfassende „The Doors“ von Rainer Moddemann, Herausgeber des deutschen Fanclub-Magazins „Doors Quarterly“.