Eines ist natürlich klar: Sobald man von persönliche Lieblingen spricht, geht es nicht mehr um objektiv beurteilbare Qualitäten – dann dreht sich alles um den rein individuellen Geschmack. Gut, schlecht, egal – Hauptsache ehrlich.
Und somit entziehen sich die hiesigen Aussagen auch elegant jeglicher Anfechtung durch noch besser Wissende. Sogar wenn es sich um solche akustischen Tiefseetaucher handelt wie den Tipp des Kollegen… – na egal. „Herr vergib ihnen…“
Einen Tusch für: die Favoriten 2007 unserer Redaktion:
Pop, Rock, 80er: Arcade Fire schrecken auf ihrem Album „Neon Bible“ vor nichts zurück. Sogar Kinderchöre bringen sie zum Einsatz – und es funktioniert prächtig. So mitreißende, originelle Songs hat schon lange keiner mehr gemacht, der Genremix ist perfekt. „Neon Bible“ ist auch nach dem fünfzigsten Mal Anhören kein bisschen langweilig. (Marion Brandstetter, Redakteurin Publikum)
Sechs Jahre investierte Manu Chao in sein Studioalbum „La Radiolina“. Zwischen Demonstrationen und Festivalauftritten verfasste der gebürtige Pariser neues Liedgut. Das Ergebnis ist wesentlich rockiger, aber mit der gleichen Fröhlichkeit, die das Musikchamäleon auszeichnet. Herrlich-heitere Musik-Mischmasch-Party. (Oliver Bosch, Redakteur Publikum)
Grauer Himmel, schlechte Laune? Dann hilft Senkrechtstarter Mika hervorragend durch den Tag! Mit seinem Debüt-Album „Live In Cartoon Motion“ machte er der Welt eine klare Ansage: Musik kann riesig Spaß machen – und man ist nie zu alt für einen Kindergeburtstag. (Bettina Friemel, Redakteurin Publikum)
Die Reunion der seit 1996 zerstobenen Gitarrenpop-Virtuosen aus Down Under beweist, dass es einen Gott gibt. Wie hätte er sonst meine Gebete erhören können? Ein Album wie frische Zuckerwatte: luftig, leicht, suchtgefährdend – und voll komprimierten Geschmacks. (Alexander Jodl, Redakteur Publikum)
Foo Fighters – Echoes, Silence, Patience & Grace
Während sich seine ehemaligen Nirvana-Kollegen aus dem Musikgeschäft zurückgezogen haben (beide mehr oder weniger freiwillig), rockt Dave Grohl munter weiter. Und er wird immer besser: Auf ihrem sechsten Album springen Grohl und seine Foo Fighters leichtfüßig zwischen energetischem Hardrock und melodischen Akustik-Stücken hin und her, ohne sich dabei den kleinsten Ausrutscher zu leisten. Ganz groß. (Matthias Ott, Redakteur Publikum)
Auch mit ihrem zweiten Soloalbum landet die glamouröse Irin einen echten Volltreffer. Ihrer Wandlungsfähigkeit treu geblieben, serviert sexy Róisín kraftvollen und wunderbar melodischen Elektro-Pop, der sich nicht nur angenehm hören lässt, sondern auch unter die Haut geht. (Marcos Placias, Redakteur Publikum)
Petúr Ben – Wine For My Weakness
In Island tritt Petúr Ben mal nur mit einer Gitarre auf, mal mit seiner Band, zudem wirkt er in einer Coverband mit und auch bei Gottesdiensten sorgt er für Musik. Seine CD „Wine For My Weakness“ spiegelt diese Vielfalt wider – ein erhabenes, bewegendes Album, das gelegentlich aber auch härter zuschlagen kann. (Dietmar Schwenger, Redaktion MusikWoche)
Aufgeben und Neuanfangen sind die Themen auf „Kapitulation“. Dirk von Lowtzow schmeichelt wie eh und je mit seiner Schokopuddingstimme, wenn er Songs wie „Verschwör dich gegen dich“ und „Imitationen“ intoniert. Herausgekommen ist intelligente Popmusik, die sich sanft in die Hirnwindungen schraubt. (Natalie Stowasser, Redaktion Publikum)
Der Titelsong ist das gefühlvollste Stück Popmusik, das ich je gehört habe. Auf dem Rest der CD gibt’s viel elfenhaft gezupfte Gitarre, noch mehr Stimme und ansonsten wenig Schnörkel. Nordlicht-Melancholie vom Feinsten! (Boris Sunjic, Redakteur Publikum)


