Jedes Jahr dasselbe Spiel: Ausgepackt – CD gewesen – erfreutes Gesicht gemacht (zumindest, wenn der edle Geber im Raum ist). Dann in den Plattenschrank gestellt und nie wieder angehört. Tibetanische Kehlkopfgesänge liegen eben nicht jedem. Dabei ist ein gutes Album nach wie vor ein Präsent, mit dem man halbwegs erschwinglich echte Freude bringen kann. Aber zu welcher Scheibe greift man als eingefleischter Freund des Gitarrenpop, wenn man weiss: Der zu Beschenkende duldet ausschließlich Hip-Hop in seinem Player?
Wir sind in uns gegangen und haben zusammengestellt, welche Alben qualitativ aus der Unmenge von Veröffentlichungen 2003 herausragen. Aber aufgemerkt: Musikgeschmack ist und bleibt etwas völlig individuelles – und ob der eingefleischte Klassik-Fan sich für Blumfeld oder Sean Paul erwärmen kann, sei dahingestellt.
Beginner – Blast Action Heroes (Buback/Motor Music/MUD/Univ.)
Der verkürzte Name brachte keine Reduktion bei der Qualität mit sich. Im deutschsprachigen HipHop ohne Konkurrenz. mehr
Blumfeld – Jenseits von Jedem (ZickZack/wea/Warner)
Die Hamburger haben den goldenen Mittelweg zwischen intellektuellem Hörvergnügen und perfektem Pop gefunden. mehr
Carla Bruni – Quelqu‘ Un M‘ A Dit (Naive/SPV)
Das ehemalige Model klingt wie ein inoffizieller Sprössling von Françoise Hardy und Leonard Cohen. Carla Brunis Debütalbum war mit seinen gehauchten, nachdenklichen Chansons der Überraschungserfolg des Jahres. mehr
Cody Chesnutt – The Headphone Masterpiece (One Little Indian/Zomba)
Selten klangen Ohrwürmer so widerborstig und unfertig – eine in jeglicher Hinsicht großartige Schlafzimmerproduktion. mehr
Diverse – Republic Afrobeat (Exil/Indigo)
Renommierte Elektro-DJs wie Fatboy Slim verbeugen sich vor dem Afrobeat-Zeremonienmeister Anikulapo Fela Kuti. mehr
Beth Gibbons & Rustin Man – Out Of Season (Go! Beat/PIL/Univ.)
Zarte Folkklänge und fast schon kammermusikalische Arrangements verschmelzen mit intensivem Gesang. mehr
Adam Green – Friends Of Mine (Rough Trade/Sanctuary/Zomba)
Die männliche Hälfte der Moldy Peaches emanzipiert sich mit außergewöhnlichen Streicherarrangements vom LoFi-Sound. mehr
Sean Paul – Dutty Rock (VP Records/Atlantic/eastwest/Warner)
Verbindet auf bisher nie gehörte Weise hypnotische Dancehall-Riddims mit HipHop-Beats und unwiderstehlichem Gesang. mehr
Peaches – Fatherfucker (XL Recordings/Beggars Group/Zomba)
Die Wahlberlinerin fasziniert mit einer Mischung aus derbem Rock, Elektro-Experimenten und Geschlechter-Rollenspielen. mehr
The White Stripes – Elephant (XL Recordings/Beggars Group/Zomba)
Meg und Jack White überzeugen mit roh belassenen Songs und einem Jahrhundertriff im Song „Seven Nation Army„. mehr
Robert Wyatt – Cuckooland (Hannibal/Indigo)
Ein meisterliches Album im Spannungsfeld zwischen Art-Pop, Jazz, Avantgarde, Ambient und Weltmusik. mehr
Sophie Zelmani – Sing And Dance (Columbia/SMI/Sony Music)
Klassisches Singer-/Songwriter-Kunsthandwerk, das mit ebenso feinfühligen wie originellen Arrangements heraussticht. mehr


