Deutsche Grammophon wird 100
Die Deutsche Grammophon (DG), die älteste Schallplattenfirma der Welt, kann am heutigen Mittwoch, 21. Januar 1998, ihren 100. Geburtstag feiern. Am 21. Januar 1898 wurde sie vom deutschstämmigen US-Amerikaner Emil Berliner, dem Erfinder der Schallplatte, und dessen Bruder Josef in Hannover gegründet. Heute gehört der mutmaßliche Marktführer im Klassik-Bereich zur PolyGram. Sie hat oder hatte Künstler wie Anne-Sophie Mutter, Claudio Abbado, Herbert von Karajan und Leonard Bernstein unter Vertrag. Schätzungen zufolge hält die DG, die traditionell keine Umsatzzahlen veröffentlicht, einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.
Der Präsident der DG, Karsten Witt, hat zum runden Jubiläum ein verstärktes Marketing der DG angekündigt. Damit will Witt dem Absatztief der Klassikbranche in Deutschland den Kampf ansagen. Witt will mit einem umfassenden Katalogprogramm neue Käuferschichten ansprechen und bisherigen Kunden die Orientierung im Markt erleichtern.
Abgesehen von solch eher langfristigen Projekten plant die DG für 1998 eine Vielzahl von Festen und Aktionen, um ihren Geburtstag würdig zu begehen. Im Juni wird das Werk den 100. Jahrestag der ersten Schallplattenproduktion feiern, im Dezember soll dann in Hamburg der Reigen der Festlichkeiten würdig abgeschlossen werden. Daneben hat die Deutsche Grammophon 80 Neuproduktionen geplant, wobei vor allem die komplette Beethoven-Edition (87 CDs in 20 Bänden) erwähnenswert ist.


