Interviews wurden von der Plattenfirma bis vor kurzem noch streng reglementiert, neues Material gab es kaum zu hören. Jetzt, wenige Wochen vor der Veröffentlichung, darf die Band ihr Schweigen brechen und erste Hintergrundinfos schüren die Erwartungen auf den Nachfolger des Erfolgsalbums „A Rush of Blood to the Head“ noch weiter.
Wer am Pfingstmontag eine Karte für den Auftritt von Coldplay im New Yorker „Harvey Theatre“ ergattern konnte, kam in den Genuss von immerhin vier neuen Liedern, darunter die neue Single „Speed of Sound“ und der dunkel dröhnende Opener „Square One“. Das intime Konzert wurde im Zuge einer Aufzeichnung der „VH-1 Storytelling“-Serie gegeben, zwischendrin lieferte die Gruppe Anekdoten zu den einzelnen Stücken.
Verbeugungen vor Musikgrößen
So erzählte Bassist Guy Berryman, dass „Speed of Sound“ in der Absicht geschrieben wurde, den Drum-Sound des Popklassikers „Running Up That Hill“ von Kate Bush zu kopieren. Das ebenfalls live gespielte neue Stück „Fix You“, laut Aussage von Frontmann Chris Martin „der wahrscheinlich wichtigste Song, den wir je geschrieben haben“, sei in gewisser Weise eine Hommage an die Bee Gees. Der Versuch, den Gibb-Brüdern nachzueifern, habe zu einem vierstimmigen Gesangspart geführt, dessen Harmonien dem Track zu einer hymnischen Schwere und Größe verholfen hätten.
„Til Kingdom Come“, das vierte neue Stück, ist der Bonustrack des Albums. Ursprünglich hatte es die Band für Johnny Cash geschrieben, einer der persönlichen Helden von Chris Martin. Weil der Countrysänger starb, bevor er das Lied aufnehmen konnte, spielten es Coldplay selbst ein.
In Amerika wird die „Storytelling“-Show einen Tag nach dem Album-Release ausgestrahlt. Wann und wo Coldplay in Deutschland ihre Geschichten zum Besten geben dürfen, steht bislang noch nicht fest.


