Musik

Der ganze Mozart von Joan Records: Qualität für den kleinen Geldbeutel

Seit zwei Jahren ist Joan Records, eine Tochter der niederländischen Foreign Media Group, in Deutschland vertreten. Im Klassikbereich sorgte das Label Brilliant Classics bereits mit Komplett-Editionen etwa von Bach für Aufsehen. Nun erscheinen die Volumes neun bis 16 der Mozart-Edition.

“Top-Qualität zum günstigsten Preis“ will Georg Kizdobranski, mit Thomas Wünschel Geschäftsführer von Joan Records Deutschland, seinen Kunden bieten. Denn obwohl die CDs im Midprice-Bereich liegen, verweist die Plattenfirma stolz auf deren hochwertige Qualität, so Claudia Haas, zuständig für die Pressearbeit. Anfang des Jahres kamen bereits die ersten CD-Boxen der Mozart-Edition in den Handel, jetzt sind die Violinsonaten, Kammermusik, Opern wie „Die Zauberflöte“, Klavierwerke und Messen erschienen. Bis Ende des Jahres sollen Mozarts komplette Werke in 25 separaten Boxen auf rund 175 CDs veröffentlicht werden. Ihr Umfang variiert von fünf bis zehn CDs, entsprechend bewegt sich der Preis zwischen 9,99 und 19,99 Euro.

„Der günstige Preis ist nur über die Masse zu erreichen“, erklärt Kizdobranski. Denn die CDs sind nicht nur im Fachhandel präsent. Durch Kooperationen mit Grossisten wie Aldi oder Müller in Deutschland erreicht Joan Records eine Klientel, die sonst eher selten in den Klassikabteilungen zu finden ist. „Wir wollen einem nicht primär klassikinteressierten Publikum die Möglichkeit geben, diese Musik kennen zu lernen: Das ist eine Frage des Preispunktes und natürlich des Produktes. Ist es ein sehr gutes Produkt und sehr günstig im Preis, wird es auch verkauft werden.“

In den Niederlanden sei Joan Records bereits Marktführer mit 50 Prozent Marktanteil im Klassiksektor. Zudem gibt es Niederlassungen in Dänemark, Großbritannien und Jugoslawien, Tochterfirmen in Frankreich und zwei weiteren Ländern sind in Planung. Und die breite Vermarktung zahlt sich aus: Joan Records hat in Deutschland allein im Dezember 2001 über fünf Millionen Klassik-CDs verkauft. „Unsere Zuwachsraten liegen im dreistelligen Prozentbereich, außerdem sind wir profitabel. Das zeigt doch, dass Klassik nicht nur ein Nischenprodukt ist.“ Kizdobranski kritisiert jedoch das Vorgehen mancher Läden, Brilliant-Classics-Produkte als Hochpreisprodukte zu verkaufen. Das sei nicht im Sinn der Firma, die neben Klassik auch im Bereich der Popmusik, im Software-, Bücher- und Filmmarkt tätig ist und demnächst ein weiteres Musiclabel, Joan Music, an den Start bringen will.