Am 21. Oktober bringt Sony BMG Domestic das lange indizierte Debütalbum der Ärzte, „Debil“ (1984), neu auf dem Markt. Das Werk trägt nun aber den Titel „Devil“.
Das Album wurde 1987, drei Jahre nach seiner Veröffentlichung, als „jugendgefährdend“ eingestuft und auf den Index gesetzt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien monierte damals in seiner Begründung, dass Songs wie „Claudia hat ’nen Schäferhund“ oder „Schlaflied“ geeignet seien, Kinder und Jugendliche „sozialethisch zu desorientieren.“ Die Bundesprüfstelle stellte den Songs der Ärzte eine „verrohende Wirkung“ aus und rügte die Schilderung „devianter Formen der geschlechtlichen Befriedigung“. Das Album versetze jugendliche Hörer in den „Zustand angespannter, latenter Aggressivität“.
2004 kam die Behörde indes zu ganz anderen Erkenntnissen und hob die Indizierung auf mit dem Hinweis auf die „satirische Form“ der Songs. Die einst als so skandalös eingestuften Lieder könnten „von heutigen Jugendlichen aufgrund deren Medienerfahrung ohne Schwierigkeit als Fiktion eingeordnet werden.“
Grund genug für Sony BMG Domestic, das Werk inklusive bislang unveröffentlichtem Bonusmaterial, mit 24-seitigem Booklet im attraktiven Digipack wieder zu veröffentlichen. Der Major preist das von „Debil“ zu „Devil“ mutierte Album als „das Bernsteinzimmer der deutschen Popmusik“ an.



