Der amerikanische Musikwissenschaftler David J. Buch hatte die Entdeckung gemacht und damit bisher unbekannte Musik des scheinbar so vollständig bekannten Klassikers ausgegraben. Jetzt gehen die Entdeckungen weiter: Buch fand heraus, dass die Oper „Der wohltätige Derwisch/Der Schauspieldoktor“ ebenfalls ein bisher unbekanntes Mozart-Werk sein könnte. Bisher glaubte man, ein unbekannter Komponist habe sie erst 1793 – also zwei Jahre nach Mozarts Tod – geschrieben, doch von Buch aufgefundene Zeitungsanzeigen aus dem späten 18. Jahrhundert und Tagebucheintragungen von Zeitgenossen zeigen: Sie ist im März 1791 im Theater an der Wieden uraufgeführt worden und hängt damit mit dem „Stein der Weisen“ und der „Zauberflöte“ zusammen, die zeitlich benachbart ebenfalls erstmals dort erklangen.
Der letzte Beweis für Mozarts Autorschaft fehlt freilich; inhaltlich ist es jedoch so sehr mit den beiden benachbarten Werken verwandt, dass sicher ist: Die Einspielung (Telarc/in-akustik, Bestellnummer: 080 573) wirft Licht in eine interessante Nische der Musikgeschichte und bietet eine authentische Interpretation des im türkischen Milieu spielenden Stückes mit dem amerikanischen Alte-Musik-Ensemble Boston Baroque unter Martin Pearlman; als Solisten sind Cyndia Sieden, Sharon Baker, John Aller und Kevin Deas dabei. „Der wohltätige Derwisch“ erklingt in dieser Aufnahme zusammen mit einem der kleineren Singspiele Mozarts: 1786 schrieb Mozart den „Schauspieldirektor“, eine Komödie um die zeitgenössischen Praktiken des Theaters für ein kaiserliches Fest in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn. Die Einspielung ist die erste mit authentischem Instrumentarium.



