Musik

Das Musikjahr im Rückblick

Neue Skandale, alte Legenden – auch das Jahr 2007 gab in Puncto Nanchrichtenwert wieder einiges her. Was genau, zeigt unser Rückblick.

2007, das lässt sich wohl schlecht von der Hand weisen, war unter anderem das Jahr der großen Comebacks. Die jeweilige Art und Weise der Rückkehr hatte dabei allerdings ganz verschiedene Facetten.

Dazu muss offenbar auch das Prinzip „Worte statt Taten“ gezählt werden: Die einfachste Art, weil noch ohne Anstrengung oder konkrete Ergebnisse, war die bloße Verkündung der Reunion. Was genau The Verve, die Jackson 5, Salt’N’Pepa, Boyzone, die Cranberries oder die Black Crowes innerhalb ihres wiederverleimten Bandgefüges anstellen werden, wird wohl frühestens das nächste Jahr zeigen. Wenn überhaupt.

Finanzieller Knieschuss

Andere, wie etwa die Eagles, Celine Dion, Radiohead, Crowded House oder – um auch die nationale Ebene zu berücksichtigen – Sabrina Setlur und die No Angels, kehrten nach jahrelanger Abstinenz vom öffentlichen Musikzirkus tatsächlich ins Plattenregal zurück. Oder doch zumindest auf die Festplatte: Denn Radiohead haben diesen Schritt noch vor sich. Ihr Album „In Rainbows“ war bislang lediglich als Download zu haben.

Der revolutionäre Entschluss, Fans selbst über den zu zahlenden Preis entscheiden zu lassen, ging nur leider nach hinten los. Durchschnittlich 1,50 Euro war den Musikliebhabern das kleine Meisterwerk wert – etwa 60 Prozent sollen rein gar nichts dafür gezahlt haben.

Geschenk vom Prinzen

Weit profitabler war da schon die Idee von Gitarrengnom Prince. Der brachte seine neue Platte als kostenlose Zeitungsbeilage unters britische Volk. Welche Millionensumme ihm der Verlag für das exklusive Give-Away aufs Konto überwies, ist bis heute nicht durchgesickert.

Bekannt ist im Gegenzug der Ticketpreis für die ein oder andere Show seiner 21 Termine umfassenden Londoner Konzertserie. Gemäß dem Titel seines Albums „3121“ wurden auch die Eintrittskarten zu diesem zugegeben recht krummen Preis verscherbelt. Mit einem Komma in der Mitte, versteht sich.

Rückkehr der Giganten

Ein kleines bisschen mehr hatten da schon die Anhänger von Take That, The Police, Genesis oder den Spice Girls zu zahlen. Auch diese alten Bekannten des Popbusiness begaben sich 2007 erstmals seit Urzeiten wieder aufs internationale Bühnenparkett – mal mehr, mal weniger erfolgreich.

Der Rang abgelaufen wurde den eben genannten Altstars jedoch von dem diesjährigen Tyrannosaurus Rex unter den Musik-Dinos. Knapp 30 Jahre nach ihrer Trennung spielten Led Zeppelin zu Ehren des verstorbenen Musikproduzenten Ahmet Ertegun ein Reunionkonzert. Angeblich bemühten sich 20 Millionen Menschen um ein Ticket für diese bislang einmalige und frenetisch umjubelte Show der Superlative. Tatsächlich vor die Bühne schaffte es nur ein auserwählter Kreis von knapp 20.000 Fans. Glücklich, wer da sein durfte.

Harte Zeiten für die Damen

Ein Resümee, das für die unvermeidlichen Totalausfälle des zu Ende gehenden Jahres wohl nicht gezogen werden kann. Die tragischsten Figuren 2007 waren ohne Frage Amy Winehouse und Britney Spears. Ihre Auftritte, ob auf großer Bühne oder im paparazzi-verpesteten privaten Umfeld, waren zwar ebenfalls erinnernswert, allerdings im denkbar negativen Sinne. Es kann nur besser werden. Come back, baby, one more time.