Musik

Corbijn macht Joy-Division-Film

„Touching From A Distance“ zeigt das Leben von Ian Curtis.

Erzählt wird die Geschichte des einflussreichen Musikers, der 1980 im Alter von 23 Jahren Selbstmord beging, auf der Grundlage der Biographie von Curtis‘ Witwe Deborah. Diese hat dem Co-Produzenten des Films, Tony Wilson, ihre Unterstützung zugesagt. Wilson etablierte sich als Gründer des Labels Factory Records in der Musikszene der englischen Arbeiterstadt Manchester. Dort arbeitete er sowohl mit Joy Division als auch New Order und den Happy Mondays und wurde selbst zu einer Ikone der Wave-Szene.

Selbstmordtheorien und Musik

Über das Filmprojekt erzählt er: „Die Leute machen unterschiedliche Gründe für Ians Selbstmord verantwortlich, der Film wird sich daher wahrscheinlich mit den verschiedenen Selbstmord-Theorien auseinandersetzen.“ Der Produzent selbst will lieber keine Rolle in dem Film übernehmen. „Ich bin kein Schauspieler und habe bei meiner Rolle in ’24 Hour Party People‘ wirklich schrecklich versagt,“ erklärt er die Entscheidung und schimpft: „Manche Filmleute neigen dazu, alles zu zerstören, sobald sie einen Musikfilm drehen.“

Hauptrolle noch frei

Bei „Touching From A Distance“ ist er allerdings guter Dinge: „Hier geht es um viel mehr als die Musik. Wir wollen die wirkliche Geschichte von Ian erzählen.“ Mit Anton Corbijn hat er außerdem einen musikerfahrenen Filmemacher mit im Boot. Der Niederländer setzte u.a. schon U2, Johnny Cash und Depeche Mode optisch in Szene und konnte mit seinen Konzertfilmen schon diverse Preise einheimsen.

Ob Hollywoodstar Jude Law nun wie bereits kolportiert tatsächlich in die Rolle des Joy-Division-Sängers schlüpfen wird, wollte Wilson indes nicht sagen. Der Schauspieler war im vergangenen Jahr als Curtis-Darsteller für ein anderes Filmprojekt im Gespräch, das allerdings am Widerstand von Curtis‘ Familie gescheitert sein soll.