Dass ihm sein Deutschunterricht einmal etwas bringen würde, hätte Chris Martin zu Schulzeiten wohl selbst nie vermutet. Rund zehn Jahre, nachdem er sich mit einer Vielzahl von bestimmten und unbestimmten Artikeln abquälen musste, hat der Coldplay-Sänger tatsächlich einen Brieffreund gefunden: Ralf Hutter, Mastermind der Elektro-Formation Kraftwerk.
Coldplay wollten für ihre neue Single „Talk“ unbedingt ein Sample aus dem Kraftwerk-Repertoire verwenden. Also beschloss Martin, die Soundtüftler um Erlaubnis zu fragen. „Das Einzige, was mir einfiel, waren die Brieffreund-Floskeln, die ich in der Schule gelernt hatte“, erklärte der Sänger nun sein nicht allzu lange zurückliegendes Dilemma. „Und weil ich nicht wusste, ob Kraftwerk Coldplay kennen, musste ich mich wie ein 15 Jahre alter Schuljunge vorstellen.“
Willst du mein Freund sein?
Ein wenig peinlich berührt klingt es, wenn Martin den Wortlaut des Briefs zusammenfasst: „Lieber Ralf, ich singe in einer Band namens Coldplay, bla, bla. Ich habe dir ein kleines Bild gemalt.“ Dass Kraftwerk tatsächlich ihre Zustimmung erteilt haben, grenzt für die Briten noch heute an ein Wunder.


