Musik

Charts KW44: Frühstücksgenießer kontra Schlafhauben

Morgens in Ruhe frühstücken oder die Decke über den Kopf ziehen und weiterschlafen – diese Diskussion ist in den deutschen Charts entbrannt, in denen ansonsten „Wetten, dass…?“-Gaststars abräumen.

Die erste Ausstrahlung von „Wetten, dass…?“ nach der Sommerpause bringt die erhofften Impulse für den Tonträgermarkt mit glänzenden Charts-Platzierungen für Künstler, die in der Sendung auftraten. So landet Klassik-Crossover-Held Andrea Bocelli mit seinem neuen Album „Cieli Di Toscana“ auf Platz drei den Top-Einsteiger der Woche. Den größten Sprung in den Top 100 Longplay macht R. Kelly, dessen aktuelle CD „TP-2.com“ sich von Rang 67 auf 23 verbessert. Und Cher, ebenfalls bei Thomas Gottschalk zu Gast, platziert ihre neue Single „The Music’s No Good Without You“ aus dem Stand auf Platz 27.

Inhaltlich reüssieren diverse Tonträger, die dem morgendlichen Vergnügen des gemütlichen Frühstücks frönen. So setzen sich die Cranberries mit ihrem charmanten Weckruf „Wake Up And Smell The Coffee“ bei den Longplayern von null auf sieben. Den Kaffeeduft zu früher Stunde nicht missen möchte auch Samy Deluxe und fordert „Weck mich auf“ (Platz acht der Singles). Ganz in diesem Sinne denken auch Per Gessle und Marie Fredriksson von Roxette, die sich vom „Room Service“ (Platz 54 Longplay) verwöhnen lassen mit einem Gedeck aus „Milk And Toast And Honey“ (54 bei den Singles). Filmfigur Bridget Jones preist dagegen mit dem deutschen Untertitel des Films und des Soundtracks (Platz 17) die Gaumenfreuden von „Schokolade zum Frühstück“. Da werden Erinnerungen wach an Hoffmann & Hoffmann, die anno 1977 mit dem ungewöhnlichen Ernährungstipp „Himbeereis zum Frühstück“ bis auf Platz 14 der deutschen Singles-Charts kamen. Ebenfalls mit Songs über die erste Mahlzeit des Tages erfolgreich waren die Gebrüder Blattschuß mit „Früh-Stück“ (1980 auf Platz 24) und Supertramp mit Breakfast In America (1979 auf 23), dem Titelsong ihres damaligen Nummer-eins-Albums.

Den Gegensatz zu den Frühstücksfreaks bildet die Morgenmuffel-Fraktion. Die ist vertreten durch Nelly Furtado mit ihrem genervten Aufschrei „Turn Off The Light“ (Platz 31 der Singles), sowie durch Rick Astley, der mit „Sleeping“ (60) eine Ausschlafempfehlung gibt.

Ja Rule regiert weiter die US-Charts mit dem meistgekauften Album „Pain Is Love“ und als Gast-Rapper auf der Nummer-eins-Single von Jennifer Lopez, „I’m Real“.