Musik

Charts KW40: Enyas Trauerlied krempelt die Charts um

Ein Lied, das zum musikalischen Symbol des Gedenkens an die Terroropfer in den USA wurde, avanciert zum Charts-Renner. Ansonsten reüssieren Sampler deutscher Schlager-Legenden.

Der Titel „Only Time“ von Enya wurde durch massiven Fernseheinsatz in den USA und Deutschland zur inoffiziellen Trauerhymne für die Opfer der Terror-Attentate in New York, Washington und Pennsylvania. Die Maxi stürmt als Wiedereinsteiger direkt auf Platz eins – ein Novum in der Geschichte der deutschen Singles-Charts. Das aktuelle Album von Enya, „A Day Without Rain“ klettert parallel dazu als Aufsteiger der Woche von 63 auf drei.

Und mit dem Soundtrack zum Kinofilm „Sweet November“ verbessert sich ein dritter Tonträger, der „Only Time“ enthält, von 79 auf 51. Fernsehsender wie CNN oder RTL, aber auch diverse Radiostationen spielten den Song in Remixversionen, die Enyas Musik mit Ausschnitten aus Fernsehreportagen zu den Attentaten, Stimmen Betroffener und Politikerstatements von George W. Bush respektive Gerhard Schröder vermischten. Diese Remixe sind jedoch nicht autorisiert, wie Produktmanagerin Bettina Krings von WEA betont. Die Firma habe auch den Run auf die Original-Single weder initiiert oder forciert, sondern lediglich die Nachfrage der Kunden bedient. AOL/ Time Warner werde fünf Millionen Dollar für die Angehörigen der Terroropfer spenden.

Am 9. Oktober jährt sich zum zehnten Mal der Todestag von Schlager-Idol Roy Black. Gleich zwei neue Sampler, die aus diesem Anlass erschienen, entern in dieser Woche die Top 100. Das Doppelalbum „Halt mich in Erinnerung – Die größten Erfolge und schönsten Melodien“ (Polydor), das im Rahmen der großen Roy-Black-Gala in der ARD am 15. September per Trailer beworben wurde, debütiert auf Platz 69. Warner Strategic Marketing brachte zum Andenken an den Meister der sanften Töne das Album „Unvergänglich – Das Beste 2001“ heraus, das unter anderem eine Neuproduktion seines größten Hits „Ganz in weiß“ enthält. Die CD steigt auf Platz 78 in die Charts ein.

Mit Freddy Quinn feierte eine andere Ikone deutschsprachigen Liedguts am 27. September ihren 70. Geburtstag. Auch zu diesem Jubiläum gibt es einen Tonträger. Die Polydor-Zusammenstellung „Lieder, die das Leben schrieb“ rangiert auf Rang 99. Der Jubilar erreicht damit eine Charts-Spanne von 45 Jahren: 1956 verbuchte er – damals nur als „Freddy“ – mit der Nummer-eins-Single „Heimweh“ seine erste Notierung. Sie fand mehr als acht Millionen Käufer.