Musik

Charts KW35: Universal blockiert Medaillenränge

Universal ist großer Sieger in den deutschen Charts und belegt bei Maxis wie Longplayern jeweils die ersten drei Plätze. Singles-Spitzenreiter DJ Ötzi führt mit seinem offenen Bekenntnis zum fettigen Burger eine Gruppe von potenziellen Oktoberfestkrachern an. Die Happy entern die Top Ten, während Shakra für Point Music punkten.

Die deutschen Charts offenbaren in dieser Woche einen seltenen Triumph für Universal mit der Erstürmung sämtlicher Podestplätze bei Singles und Alben. Dabei teilen sich die Repertoiregesellschaften Polydor Island Group (PIL) und Motor Urban DefJam (MUD) diese Meriten paritätisch auf. Bei den Singles liegt mit DJ Ötzi und seiner Fastfoodhymne „Burger Dance“ein PIL-Produkt vor zwei aktuellen MUD-Titeln mit „In The Shadows“von den Finnenrockern The Rasmus und der R&B-Reggae-Nummer „Never Leave You (Uh Oooh, Uh Oooh)“ von Lumidee.

Genau spiegelverkehrt verhält es sich bei den Alben. Hier führt mit dem Rasmus-Longplayer „Dead Letters“ eine CD aus dem MUD-Lager vor den PIL-Umsatzgaranten „Up!“ von Kanadas Erfolgsexport Shania Twain und „The Album“ von Star Search – The Voices. Universal-Chef Tim Renner sieht die auf Vielfalt bauende Firmenstrategie voll bestätigt: „Monokultur ist besonders in diesen Zeiten bedenklich, und deshalb setzt Universal neben intelligent gemachten TV-Plattformen wie ‚Star Search‘ auch auf Alternative Rock wie Rasmus, Fun von Ötzi, R&B von Lumidee, Country von Shania Twain und Club von One-T. Weil wir daran glauben, haben wir mit unseren Labels Motor, Urban, Def Jam, Zeitgeist und Polydor für jede dieser Szenen auch eine eigene Heimat geschaffen. Die Charts dieser Woche bestärken uns in dem Glauben, dass dieser Weg der richtige ist.“

Bis zum Münchner Oktoberfest sind es zwar noch ein paar Wochen hin, doch schon jetzt reüssieren in den Charts schmissige Stampfer, die mit Sicherheit auf der diesjährigen Wiesn zu den Abräumern zählen werden. Neben der erwähnten Nummer eins von Stimmungskanone DJ Ötzi ist da etwa „Maria (I Like It Loud)“ von Scooter vs. Marc Acardipane & Dick Rules auf Platz vier zu erwähnen, ein an simpler Eingängigkeit kaum zu toppendes Stück. Schunkeltauglich und bierzeltkompatibel ist auch die neue Nummer fünf, die Urlaubsempfehlung „Ab in den Süden“ von Buddy vs. DJ The Wave. Stetig aufwärts geht es für die Ulmer Rock-Band Die Happy. Denn mit ihrem Debütalbum „Supersonic Speed“ brachte es die Gruppe um Sängerin Marta Jandová auf Platz 43. „Beautiful Morning“ kam dann 2002 bereits auf Rang 15. Und mit „The Weight Of The Circumstances“ gelingt dem Quartett nun auf Rang sechs erstmals der Sprung in die Top Ten.

Die auf Rock und Metal spezialisierte Münchner Plattenfirma Point Music freut sich über den neuerlichen Charts-Erfolg der Schweizer Hardrock-Combo Shakra, die mit dem Album „Rising“ auf Rang 69 einsteigt – exakt wie vor zwei Jahren mit dem Longplayer „Power Ride“. Sein bislang erfolgreichstes Jahr hatte Point anno 2000 mit drei Alben in den Top 100. Die Progmetal-Band Ayreon erreichte „Universal Migrator 1“ damals Rang 72, „Part 2“ kam auf Rang 67, die CD „Babylon“ von der Hardrock-Band Ten auf Platz 100.

Die britischen Longplay-Charts verzeichnen derzeit die dritte posthume Nummer eins der 1996 an Hautkrebs gestorbenen amerikanischen Sängerin Eva Cassidy mit dem Album „American Tune“, einer neuen Zusammenstellung bislang unveröffentlichter Aufnahmen. Zuvor eroberten die Cassidy-Kollektionen „Songbird“ im März 2001 sowie „Imagine“ im August 2002 Hörerherzen und Charts-Thron im Vereinigten Königreich. In Deutschland kletterte das neue Cassidy-Album nach einer Vorab-Vorstellung auf SWR 3 am VÖ-Tag 18. August gleich auf Platz zehn der Verkaufscharts bei amazon.de. Promoter Gerhard Strunz (Strunz Enterprises) rechnet anhand der Medienresonanz mit einem Charts-Einstieg in der oberen Hälfte der Top 100.