Musik

Charts KW29: Doppelspitzen für Shaggy und Polydor

Zum zweiten Mal in diesem Jahr gelingt einem Künstler der Doppelschlag mit Platz Eins bei Longplay und Singles – und wieder ist es ein Polydor-Act. Seit den 70ern ist indes bei einem Gitarristen auf Spitzenpositionen Verlass.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr gelingt einem Künstler der Doppelschlag mit Platz Eins bei Longplay und Singles – und wieder ist es ein Polydor-Act. Seit den 70ern ist indes bei einem Gitarristen auf Spitzenpositionen Verlass.

Am 26. März erreichten die No Angels mit ihrer Single „Daylight In Your Eyes“ und dem Album „Elle’ments“ Nummer eins in den Charts. Damit war die „Popstars“-Formation aus dem Hause Polydor die einzige Formation, der in diesem Jahr das Kunststück gelang, in beiden Listen gleichzeitig ganz oben zu stehen. Mit dem jamaikanischen Dancehall-Sänger Shaggy kann Polydor diesen Coup nun wiederholen. Denn das vierte, just mit Gold ausgezeichnete Album des 32-Jährigen, „Hot Shot“, erarbeitet sich in der 13. Platzierungswoche den Charts-Thron, während seine aktuelle Single, „Angel“, von null auf eins einsteigt. „Es ist uns gelungen, Shaggy vom Singles- zum Album-Artist zu machen“, erklärt Steffen Meister, Product Manager Zeitgeist Pop/International, im Gespräch mit musikwoche.de und begründet dies vor allem mit der „durchgängigen Qualität der CD, auf der sich nur Hits befinden.“ Shaggys ebenfalls vergoldete Single „It Wasn’t Me“ kletterte dieses Jahr bis auf Rang vier, in der Vergangenheit kamen seine bislang größten Hits „Oh Carolina“ 1993 auf drei, „Boombastic“ schaffte es 1995 auf Platz zwei.

Seinen höchsten Charts-Einstieg als Solo-Künstler feiert indes der Gitarrist Ritchie Blackmore, der mit dem dritten Album seiner Formation Blackmore“s Night, „Fires At Midnight“ (Steamhammer/SPV) die Longplay-Liste auf neun entert. Damit übertrumpft der Engländer die beiden noch bei edel erschienen Vorgänger: „Shadows Of The Moon“ ging 1997 bis auf Rang 48, „Under A Violet Moon“ klomm 1999 auf 20. Mit der Band Deep Purple, die er 1993 endgültig verließ, stand der Riffschmied in den 70er Jahren siebenmal an der Spitze der Longplay-Hitliste, wo auch alle Alben der Nachfolgeband Rainbow Unterschlupf fanden. Am erfolgreichsten war dabei die Langspielplatte „Difficult To Cure“, die 1981 Rang 13 für sich beanspruchte.

Um Verkaufserfolge geht es der Vereinigung „Brothers Keepers“ nur in zweiter Line. Das Anti-Rassismus-Projekt will mit seinem Memento Mori für den von rechten Gewalttätern zu Tode geprügelten Alberto Adriano der rechten Szene eine „Letzte Warnung“ zukommen lassen. Der zweithöchste Neueinsteiger knüpft an die Tradition deutscher Benefiz-Songs an: 1985 belegte die Band für Afika mit „Nackt im Wind“ Platz drei, 1992 machten die Songs „Arsch huh – Zäng ussennander“ von der Arsch Huh AG und Udo Lindenbergs „Panik-Panther“ von sich reden.