Musik

Charts KW27: Akon tritt in Schnappis Fußstapfen

In den deutschen Singles-Charts verlängert Akon mit „Lonely“ seine Regentschaft auf nunmehr sechs Wochen und hat in der Jahreswertung nur noch Schnappi vor sich. Bei den Alben platziert Sony BMG drei Einsteiger in der Führungsriege. In den USA triumphiert mal wieder eine Casting-Show-Entdeckung.

Mit „Lonely“ hält der amerikanische R&B-Star Akon auch in der sechsten Woche den Thron der MusikWoche Top 100 Singles besetzt. Länger vorn lag in diesem Jahr nur „Schnappi, das kleine Krokodil„, das sich zehn Wochen lang an der Spitze hielt. Banaroo behaupten mit „Dubi Dam Dam“ Platz zwei vor Gwen Stefani, die mit „Hollaback Girl“ von Platz elf in die Medaillenränge springt. Zwar ist die Liste von 15 Neueinsteigern stattlich, doch in den vorderen Rängen kann sich keiner etablieren. Der bestplatzierte neue Titel ist „Das alles ändert nichts daran“ von Maya Saban & Cosmo Klein auf Rang 24.

In den MusikWoche Top 100 Longplay übernehmen die Böhsen Onkelz mit der Doppel-DVD „La Ultima/Live In Berlin“ die Führung vor Coldplay mit „X & Y“ und den Backstreet Boys mit „Never Gone„. Keinerlei Veränderungen gibt es auf den Podiumsplätzen der MusikWoche Top 30 Compilations. Hier rangieren die „Bravo Hits 49“ weiter vor „The Dome Vol. 34“ und „Future Trance Vol. 32„. Als Top-Einsteiger profiliert sich die neue Folge einer alteingesessenen Serie: „Tunnel Trance Force Vol. 33“ startet auf Position sieben.

Sony BMG kann sich in den MusikWoche Top 100 Longplay über drei Neueinsteiger unter den ersten zwölf freuen. So reüssiert die Gruppe Banaroo auch im Albumformat. Die Protagonisten aus der SuperRTL-Serie „Banaroo: Das Star-Tagebuch“ entern die Hitliste mit ihrem Longplay-Debüt „Banaroo’s World“ auf Position fünf. Einen Rang dahinter reiht sich „Dynamite„, das neue Werk von Jamiroquai, ein. Für Jason Kay und seine Formation ist dies das vierte Top-Ten-Album in Deutschland. „Travelling Without Moving“ erreichte 1996 Rang neun. „Synkronized“ avancierte dann 1999 zum Spitzenreiter, dem „A Funk Odyssey“ 2001 mit Platz zwei kaum nachstand.

Noch nicht ganz so erfolgreich waren die ersten beiden Werke der britischen Band. „Emergency On Planet Earth“ brachte es 1993 auf Rang 17, „The Return Of The Space Cowboy“ im Jahr darauf auf Position 37. Auf Rang zwölf reiht sich mit „Melancholisch schön“ von 2raumwohnung der dritte neue Albumhit im Vertrieb von Sony BMG ein. Inga Humpe und Tommi Eckart brachten ihr gemeinsames Debüt, „Kommt zusammen„, anno 2001 auf Rang 21. Es folgten die Top-Ten-Erfolge „In wirklich“ (2002 auf Rang acht) und „Es wird Morgen„, eine Nummer zwei 2004.

Gwen Stefani verbucht mit „Hollaback Girl“ auf Rang drei der MusikWoche Top 100 Singles eines der erfolgreichsten Werke ihrer Karriere in Deutschland. Mit ihrer Band No Doubt war die amerikanische Sängerin nur mit dem Album „Tragic Kingdom“ und dessen Singleauskopplung „Don’t Speak“ noch besser platziert, die es 1996 respektive Anfang 1997 jeweils auf Platz zwei brachten. Weitere Top-Ten-Notierungen landeten No Doubt mit den Singles „Hey Baby“ (2002 auf Rang acht) und „It’s My Life“ (2004 auf neun) sowie dem Longplayer „The Return Of Saturn„, Nummer fünf im Jahr 2000. Stefanis erstes Soloalbum, „Love.Angel.Music.Baby“ verbuchte letzte Woche auf Rang 13 seine beste Platzierung (aktuell Platz 16).

Schlager-Charmeur Semino Rossi (siehe MusikWoche Heft 26/05) klettert weiter auf der Erfolgsleiter. Sein aktuelles Album, „Tausend Rosen für dich„, steigt von 14 auf zehn und beschert dem Argentinier seine erste Top-Ten-Platzierung. Und mit seiner vorigen Liedersammlung, „Alles aus Liebe„, entert Rossi zudem die MusikWoche Top 100 auf Rang 79.

In den US-Singles- Charts übernimmt mit Carrie Underwood eine Protagonistin der Casting-Show „American Idol“ unmittelbar nach VÖ mit dem Song „Inside Your Heaven“ die Führung. Seit der Änderung der Charts-Regeln im Dezember 1998, die keine physischen Verkäufe für den Einzug in die Hot 100 mehr voraussetzen, ist dies erst der dritte Song, der auf Platz eins debütiert. Und auch die anderen beiden Titel, denen dies gelang, stammen von „American Idol“-Finalisten. 2003 triumphierte Clay Aiken mit „This Is The Night“, 2004 Fantasia mit „I Believe“. Die 22-jährige Carrie Underwood aus Oklahoma generiert zudem nach Gwen Stefani mit „Hollaback Girl“ und Mariah Carey mit „We Belong Together“ die dritte Nummer eins in Folge von einem weiblichen Solo-Act ohne Hilfe eines „featured artist“. Eine solche Serie gab es zuletzt im Jahr 2000 durch Janet Jackson mit „Doesn’t Really Matter„, Madonna mit „Music“ und Christina Aguilera mit „(Come On Over Baby) All I Want Is You“.

In Großbritannien steht Rapper 2Pac mit „Ghetto Gospel“ sieben Jahre nach seinem Tod erstmals an der Spitze der Singles-Charts. Der Titel, der Samples aus dem Stück „Indian Sunset“ von Elton John enthält, ist 2Pacs fünfte Top-Ten-Single im Vereinigten Königreich. Von 18 Songs, die er überhaupt in den UK-Charts platzierte, erschienen acht posthum.