Nach der ersten Verkaufswoche übernimmt BAP mit der CD „Aff un zo“ das Zepter der deutschen Charts. Für die Kölschrocker um Wolfgang Niedecken ist dies die neunte Nummer eins bei den Alben innerhalb der letzten 20 Jahre. Den Anfang dieser imposanten Serie machte die LP „Für usszeschnigge“ anno 1981. Auch die nächsten BAP-Songkollektionen, „Von drinne noh drusse“ (1982), „Bess demnähx“ (1983), „Zwesche Salzjebäck un Bier“ (1984), „Ahl Männer, aalglatt“ (1986), „Da Capo“ (1988) und „X für e U“ (1990), gelangten ohne Unterlass an die Spitze der Hitliste. Dann dauerte es bis 1999, ehe die Formation mit „Comics & Pin-Ups“ihre letzte Nummer eins vor dem aktuellen Triumph verbuchte.
Zusätzlichen Schub erhielten Niedecken und Co. durch ihren Fernsehauftritt in der letzten Ausgabe von „Geld oder Liebe?“. Die Musikindustrie wird die Sendung vermissen. Welch effizientes PR-Instrument eine Einladung von Jürgen von der Lippe war, beweist nicht zuletzt das Beispiel der schottischen Celtic-Rock-Gruppe Runrig, die ebenfalls zum Ausstand des Moderators bei der ARD aufspielte. Ihr aktuelles Album „The Stamping Ground“ schießt als Top-Aufsteiger von Platz 86 auf 20.
Noch erfolgreicher als Runrig ist eine andere Band aus Schottland: Travis führt mit einem Sprung von null auf drei den Titel ihrer CD „The Invisible Band“ ad absurdum. In Großbritannien gelingt der Formation um Sänger Fran Healy mit fast 200.000 verkauften Alben in der Startwoche die Direktbesteigung des Charts-Gipfels.
Der Coup von BAP krönt die beeindruckende Bilanz von EMI Electrola. Mit dem Album der Gorillaz auf acht und „Amnesiac“ von Radiohead (zehn) landet die Plattenfirma zwei weitere Notierungen in den Top Ten. Auch bei den Singles ist das Unternehmen mit „Clint Eastwood“ von den Gorillaz auf drei und „It’s Raining Men“ von Spice Girl a.D. Geri Halliwell (fünf) im Vorderfeld vertreten.
Ein Comeback in den deutschen Longplay-Charts landet das Electric Light Orchestra mit „Zoom“ auf Rang 16. Zuletzt tauchte die Band von Jeff Lynne hier 1986 mit dem Album „Balance Of Power“ auf, das bis auf Platz 18 kam. Einziger Nummer-eins-Longplayer von ELO war „Time“ im Jahre 1981.



