Musik

Charts KW24: Black Eyed Peas führen Feld der Neueinsteiger an

Zahlreiche Neuzugänge wirbeln die MusikWoche Top 100 Longplay vor allem im Spitzenfeld kräftig durcheinander. Anführer eines neuen Führungstrios sind die Black Eyed Peas. Den Backstreet Boys gelingt derweil bei den Singles mühelos die Rückkehr in angestammte Charts-Regionen.

In den MusikWoche Top 100 Longplay platzieren sich lauter Neueinsteiger auf den Medaillenrängen. The Black Eyed Peas erobern die Spitze mit „Monkey Business“ vor Oasis mit „Don’t Believe The Truth“ und In Extremo mit „Mein rasend Herz„. 18 Neueinsteiger in den Top 100, darunter allein sieben unter den ersten zwölf, sorgen für viel frischen Wind. Weniger turbulent geht es in den MusikWoche Top 100 Singles zu. Akon hält hier mit „Lonely“ bereits in der dritten Woche die Führungsposition. Die Gruppe Banaroo verteidigt mit „Dubi Dam Dam“ Platz zwei vor den Backstreet Boys, die mit ihrer Comebacksingle „Incomplete“ auf Platz drei den höchsten Neueinsteiger stellen. In den MusikWoche Top 30 Compilations bleibt „The Dome Vol. 34“ vorn. Top-Neueinsteiger ist hier die „Best Of Black Summer Party Vol. 2“ auf Rang zwei, während sich die „Bravo Hits 48“ auf Rang drei immer noch auf einem Podestplatz halten.

Die Black Eyed Peas verbuchen nach zwei Nummer-eins-Singles mit „Where Is The Love?“ (2003) und „Shut Up“ (2004) mit „Monkey Business“ erstmals die Führungsposition in der deutschen Longplay-Hitliste. Ihr weltweiter Albumrenner „Elephunk„, der global 7,5 Mio. Käufer fand, hielt sich in Deutschland über ein Jahr in den Charts, kam indes nicht über Rang sechs hinaus (2004).

Oasis egalisieren mit Rang zwei fürs neue Album ihre bisherige Top-Position in den MusikWoche Top 100 Longplay mit „Be Here Now“ (1997). In Großbritannien landet die Band um die Gebrüder Gallagher mit „Don’t Believe The Truth“ gar ihr sechstes Nummer-eins-Studioalbum in Folge. Matthias Lumm, Marketing Director Rock/Alternative Sony BMG International, erklärt: „Oasis waren ganz einfach die britische Band der Neunziger. Mit dem neuen Album gelingt ihnen – nach solider Kost in den letzten Jahren – endlich wieder ein Meilenstein, was mich sowohl als Fan als auch als Marketingmann gleichsam sehr erfreut.“

Auch die Mittelalter-Metal-Combo In Extremo stellt mit Rang drei für „Mein rasend Herz“ ihren hauseigenen Rekord ein, den sie 2003 mit der Songkollektion „7“ in den Charts-Annalen festschrieb. Erstmals in den MusikWoche Top 100 Longplay tauchte die Band 1999 mit „Verehrt und angespien“ auf; damals kam sie bis auf Platz elf. Einen Rang höher brachten es In Extremo 2001 mit „Sünder ohne Zügel„.

Die Welle der Bollywood-Soundtracks von Normal/Indigo zu den Quotenrennern auf RTL II erreicht mit Rang sechs für die Musik zu „Ich bin immer für dich da!“ ihren vorläufigen Höhepunkt. Gleichzeitig steigen auch die bewährten Soundtracks zu den anderen indischen Erfolgsfilmen wieder auf: Das Album zu „Lebe Lebe und denke nicht an morgen“ verbessert sich von Rang 51 auf 45, der Tonträger zu „In guten wie in schweren Tagen“ von 66 auf 57. Dem Trend trägt auch edel media mit der Zusammenstellung „The Streets Of Bollywood“ Rechnung, die in den Top 30 Compilations auf Rang 26 debütiert.

Mit ihrer Nummer drei für „Incomplete“ knüpfen die Backstreet Boys nahtlos an eine Serie von acht deutschen Top-Ten-Hits an, mit der die Boygroup in den Neunzigern für Furore sorgte. Den Anfang machte „We’ve Got It Goin‘ On“ auf Rang vier anno 1995. 1996 kamen „I’ll Never Break Your Heart“ und „Get Down (You’re The One For Me) – Digipack“ jeweils auf Rang fünf. Ihre einzige Nummer-eins-Single verbuchte die Formation 1996 mit „Quit Playing Games„. 1997 folgten „Anywhere For You“ auf drei, „Everybody (Backstreet’s Back)“ auf zwei und „As Long As You Love Me“ auf Platz drei. 1998 bildete „All I Have To Give“ auf Platz acht den Schlusspunkt dieses beeindruckenden Laufs der Teenie-Idole.

Nach Platz eins in den britischen Charts ist der Klingelton-Hit „Axel F“ von Crazy Frog auch in Deutschland stark auf dem Vormarsch und profiliert sich mit einem Satz von 14 auf sechs als Top-Aufsteiger.

In den amerikanischen Singles-Charts verteidigt Mariah Carey mit „We Belong Together“ die Führung. Ihre Gesamtverweildauer auf dem Charts-Thron beträgt nun 63 Wochen. Damit hat sie die Beatles mit 59 Wochen längst abgehängt, liegt aber noch klar hinter Elvis Presley (78 Wochen). Careys neuer Hit ist übrigens der erste Singles-Spitzenreiter für Island Records nach fast 18 Jahren. Zuletzt standen 1987 U2 mit „I Still Haven’t Found What I’m Looking For“ für das von Chris Blackwell gegründete Label auf dem Gipfel der US-Hitliste. In den 80er-Jahren verbuchte Island vier weitere Nummer-eins-Songs in den Vereinigten Staaten: Joe Cocker und Jennifer Warnes reüssierten im Duett 1982 mit „Up Where We Belong“, der mittlerweile verstorbene Robert Palmer 1986 mit „Addicted To Love“, Steve Winwood mit „Higher Love“ (ebenfalls 1986) und 1987 abermals U2 mit „With Or Without You“.