Nachdem er bereits in der letzten Woche Platz 13 der Singles-Charts erklimmen konnte, untermauert der Berliner Rapper Sido nun auch in der Longplay-Hitliste seinen Anspruch auf den Titel des derzeit vielversprechendsten Nachwuchs-Act, im deutschen HipHop: Mit seinem Debütalbum „Maske“ schießt er als höchster Neueinsteiger von null auf drei und beschert damit sowohl seinem Label Aggro Berlin wie auch dem Vertrieb Groove Attack den bisher größten Charts-Erfolg. „Sido ist der bislang höchste Charts-Einstieg von Groove Attack“, bestätigt Distribution- und Labelmanager Ramin Bozorgzadeh. Bislang war „Searching For The Jan Soul Rebels“ von Jan Delay mit Platz zwölf im Jahr 2001 das erfolgreichste Produkt der Kölner. Parallel zum Charts-Einstieg des Albums hält sich auch die Single des stets mit einer silbernen Totenkopfmaske verhüllten Rappers, „Mein Block“, nach vier Wochen in den Singles-Charts auf Platz 13. „Aggro Berlin hat sich als Speerspitze des deutschen HipHops erwiesen“, meint Bozorgzadeh. „Das Label hat sich vom Schulkind bis zum Bankmanager eine kaufkräftige Zielgruppe erarbeitet, die heute für Erfolge wie den von Sido sorgt.“
Neben dem Rapper aus Berlin schaffen in dieser Woche noch vier weitere deutsche Acts den Sprung in die Longplay-Charts und heben damit die Deutsch-Quote bei den Neueinsteigern auf 50 Prozent: Ihren bisher größten Charts-Erfolg feiert dabei die bayrische Mittelalter-Rockgruppe Schandmaul, die mit ihrem vierten Studio-Album, „Wie Pech & Schwefel“, auf Rang 13 debütiert. Auf Platz 28 folgt der Hamburger DJ Special D mit „Reckless“, während sich die Münchner Death Metaller von Haggard mit „Eppur Si Muove“ auf Rang 47 zurückmelden. Das bundesdeutsche Quintett vervollständigt der Hamburger Schauspieler „Fedder geht’s nicht“. Fedder geht’s nicht“. Hauptberuflich geht er als Kommissar in der ARD-Vorabendserie „Großstadtrevier“ auf Verbrecherjagd.
An der Charts-Spitze bei den Longplayern löst Anastacia wieder Thomas Gottschalk ab. Die Compilation zu dessen ZDF-Gala „50 Jahre Rock“ war in der vergangenen Woche auf Rang eins bei den Hit-Kopplungen geklettert und hätte theoretisch auch den Charts-Thron bei den Alben belegt. Während sich die Doppel-CD in dieser Woche weiter auf eins bei den Compilations hält, würde es in den Album-Charts nur noch für Platz zwei reichen.
Den größten Sprung in den Longplay-Charts macht in dieser Woche die britische Soul-Newcomerin Katie Melua. Sie klettert mit ihrem Debütalbum „Call Off The Search“ von Rang 51 auf 17 und erreicht damit ihre bislang beste Platzierung in Deutschland. Maßgeblich angeheizt wurde der Charts-Aufschwung durch das deutsche Fernsehen: Es war jedoch keine der gewohnt verkaufsfördernden Samstag-abend-Shows, die Melua-Käufer in die Läden trieb, sondern ein Bericht über die hochbegabte 19-jährige im ZDF-„Heute Journal“. Bei den Singles legt der neue US-Superstar Mario Winans einen Blitzstart hin: Mit prominenter Unterstützung von P. Diddy und Enya übernimmt der Sänger mit seiner Debüt-Single „I Don’t Wanna Know“ aus dem Stand den Charts-Thron in Deutschland. Dabei ist der Spross der im Gospel-Bereich seit Generationen überaus erfolgreichen Winans-Familie alles andere als ein Newcomer: Der Multi-Instrumentalist genießt seit über zehn Jahren einen exzellenten Ruf als Songwriter und Produzent und arbeitete bereits mit der Crème der US-amerikanischen Soul- und R&B-Szene zusammen, darunter Mary J. Blige, Whtiney Houston, R. Kelly, Jennifer Lopez und The Notorious B.I.G.
In den USA erreichte Winans dagegen bislang nur Rang zwei der Singles-Charts: Seit nunmehr elf Wochen belegt hier Usher mit „Yeah“ ohne Unterbrechung die Spitzenposition und toppt damit den bisherigen Rekord seiner Plattenfirma LaFace für die längste Verweildauer auf Nummer eins. Diesen hielt in den vergangenen acht Jahren Toni Braxton mit „Un-Break My Heart“. Und auch in Europa gibt es derzeit kein Vorbeikommen am R&B-Superstar: In den Euro-Charts hat „Yeah“ seit dem Einstieg vor sechs Wochen die Pole Position nicht mehr verlassen.
Nach dem Ende der Mutter aller deutschen TV-Casting-Bands, meldet sich mit Vany in dieser Woche der erste gefallene Engel auf Solopfaden zurück. Mit der Single „Dramaqueen“ schrammt das ehemalige No-Angels-Mitglied auf Platz elf nur knapp an einem Top-Ten-Einstieg vorbei. In drei Wochen legt dann Blondschopf Sandy als zweiter Ex-Engel ihr Solodebüt vor und eröffnet damit den Charts-Wettstreit der ehemaligen Bandkolleginnen.



