Musik

Charts KW19: Deutscher HipHop herrscht mit Hits

Mit einer Armada an HipHop-Stars beweist Black Music auch in den deutschen Charts erneut ihre Stärke. Auch ein früher namenloser Artist meldet sich zurück. Und viele Jahre nach George Zamfirs kommt wieder Besuch aus Rumänien.

Die neue deutsche HipHop-Hoffnung Sido kann diese Woche mit dem Sozialdrama „Mein Block“ (Aggro Berlin/ Groove Attack) erneut Boden gewinnen und mit Rang 13 die bislang beste Position erreichen. Auch der Longplayer „Maske“ weist in den täglichen Trendcharts hervorragende Positonen auf. Dabei bildet Sido nur die Speerspitze deutscher HipHop-Künstler, die diese Woche mit Macht ihre hochrangige Stellung in den Hitlisten unterstreichen. So verbessert sich die Single „L.O.V.E.“ des gleichnamigen Projekts, hinter dem sich Eko Fresh und seine Freundin Valezka verbergen, von Rang 22 auf Platz 17. Auch die Single „Make Y’All Bounce“ von Raptile feat. Xzibit steht aktuell auf Position 33, gefolgt von Songs weiterer deutscher Rap-Regenten wie Ferris MC (78) und Kool Savas (100). Savas Album „Die besten Tage sind gezählt“ steht zudem auf Platz 24.

Nicht nur HipHop, auch Black Music aus internationalen Gefilden erobert deutsche Gestade: „Yeah“ von Usher hält die Nummer eins bei den Singles, „My Band“ von D-12 und „F**k It (I Don’t Want You Back)“ vom Neueinsteiger Eamon folgen auf Rang drei und fünf. Auch die Single „Get Low“ von Lil‘ Jon verbessert sich auf Rang 15, und die Grass-Experten von Cypress Hill erleben ein erneutes Charts-High. So rangiert die Truppe aus Los Angeles mit der Single „What’s Your Number?“ auf Platz 50, mit dem Album „Till Death Do Us Part“ auf Position 32. Ihren größten Hitparadenrausch feierte die Band vor vier Jahren, als die CD „Skull & Bones“ Rang vier belegte. Neu auf Platz 74 meldet sich mit der Formation Twista und dem Album „Kamikaze“ eine weitere US-Formation aus der HipHop-Szene.

Zu den beständigsten Genres in der Charts-Geschichte gehört Hard & Heavy. Nachschub liefert die amerikanische Band Fear Factory, deren neues Album „Archetype“ auf Rang 26 einsteigt. Und auch die alten Haudegen von W.A.S.P. schnuppern wieder die Luft der deutschen Hitlisten. Ihre CD „The Neon God – Part 1: The Rise“, ein auf mehrere Teile angelegtes Konzeptalbum, schiebt sich auf Platz 87 in die Charts, wo sie 1985 mit dem Album „The Last Command“ erstmals auftauchten.

Noch länger reicht die Hit-Historie von Eric Burdon zurück, dessen Comeback-Album auf SPV, „My Secret Life“, nun Position 93 der Hitlisten belegt. Die Aufnahme markiert das 40-jährige Charts-Jubiläum für den Sänger aus Newcastle. Im Jahr 1964 landete er mit dem Animals-Klassiker „House Of The Rising Sun“ seinen ersten Hit. Während die Animals jedoch keines ihrer Originalalben in den deutschen Hitlisten unterbringen konnten, gelang Burdon zusammen mit der Band War dieser Coup zweimal: 1970 erreichte „Declares War“ in Deutschland Rang 14, „Black Man’s Burdon“ ein Jahr später Platz 20. Auf eine abwechslungsreiche Geschichte bei verschiedenen Labels blickt mittlerweile Prince zurück. Nach Produktionen für Warner, EMI, BMG und diversen Indiefirmen sowie Onlinevertrieben kehrt er mit seinem ersten Album für Sony erstmals nach der „Symbol“-CD von 1992 wieder in die Top 5 der deutschen Charts zurück. Den Erfolg des neuen Albums „Musicology“ kommentiert Willy Ehmann, Managing Director Sony Music International: „Mit ‚Musicology‘ ist Prince zur Hochform früherer Tage zurückgekehrt. Der Einstieg des Albums auf Platz vier der Media-Control-Charts markiert das bislang höchste und beste Ergebnis für Prince, wenn man seine Soundtracks hier ausnimmt. Es zeigt aber auch, dass sich stationärer und nicht stationärer Handel ergänzen und ein erfolgreiches Zusammenspiel abgegeben haben.“ Damit spielt Ehmann auf die weltweit sechsstelligen Downloadzahlen des Albums auf der Prince-Website an. Und auch in Deutschland war das Album für 16,95 Euro bei Musicload zwei Wochen vor VÖ erhältlich. Das in den Charts am höchsten notierte Prince-Album bleibt indes der Soundtrack zum „Batman“-Film, der 1989 Rang drei schaffte.

Besuch aus Rumänien erleben die deutschen Charts von der Formation Haiducci und der 27-jährigen Sängerin Paula Mitrache, bekannt in ihrer Heimat als Schauspielerin und Moderatorin. Den Song „Dragostea Din Tei“ verdankt sie dem italienischen Eiffel-65-Produzent Gabri Ponte. Ministry Of Sound lizenzierte den Track, der in Italien wochenlang auf eins stand, ohne „komplizierte Bürokratie“, wie Ministry mitteilt. „Und da es auch andere Versionen des Songs gibt, stand der Entschluss schnell fest: Wir veröffentlichen sofort.“ Damit erzielte die Firma in Deutschland einen Vorsprung von zwei Wochen und 16 Plätzen. Denn die Originalversion klettert diese Woche von Rang 58 auf 31, die Version von O-Zone (Universal Domestic Division) steigt erst diese Woche auf Position 47 ein.