Die Umstrukturierungen bei Universal Music finden ab dieser Woche ihren Niederschlag im Charts-Teil von musikwoche. Motor Music und Polydor Island Group (PIL) sind passé, dafür greifen jetzt die neu installierten Einheiten Universal Music Domestic (UMD) und Universal Music International (UMI) nach den Sternen in den Charts. Vor allem die internationale Division tut dies höchst erfolgreich und stellt die Top-Aufsteiger bei Singles wie Alben. Bei den Singles katapultiert sich das HipHop-Team D-12 mit Eminem als prominentestem Mitglied und dem Titel „My Band“ von null auf zwei. Bei den Alben schafft Elvis Costellos Ehefrau, die Jazz-Sängerin Diana Krall, mit „The Girl In The Other Room“ auf Rang sieben als einziger brandneuer Longplayer direkt den Sprung in die Top Ten.
Das Abba-Fieber steigt unaufhörlich. Dazu trugen nicht zuletzt die beiden ZDF-Sendungen über die vier Schweden bei. Am 3. April hatte das Zweite die zweistündige Abba-„Kultnacht“ wiederholt, am 17. April folgte die große Sonntagabend-„Abba-Jubiläums-Show“ mit Moderatorin Andrea Kiewel und zahlreichen Gästen. Als Folge klettern die Karriereretrospektiven im CD- und DVD-Format: „The Definitive Collection“ steigt von 38 auf 14 und „Gold – Greatest Hits“von 39 auf 18; die Live-DVD „Abba In Concert“ steht weiter auf Rang 34. Und als zweithöchster Neueinsteiger bei den Alben findet sich eine ungewöhnliche Hommage an Agnetha, Frida, Björn und Benny von ihrem schwedischen Landsmann Nils Landgren und seiner Funk-Unit. Die Formation des Posaunisten, der als Sessionplayer an den Originalstudioaufnahmen der Abba-LP „Voulez Vous“ von 1978 beteiligt war, entert mit „Funky Abba“ die Hitliste auf Position 43. Damit aber noch nicht genug: Bei den Compilation-Charts steigt die Polystar-Compilation „Abba Forever“ auf Rang 33 ein. Die Doppel-CD versammelt zahlreiche Coverversionen, darunter Interpretationen von Marianne Rosenberg, Erasure, Westlife, Mike Oldfield, James Last, Nana Mouskouri, Madness, E-Rotic und der Scooter-Vorläufer-Band The Leather Nun.
Für Chris Norman hat sich sein Siegeszug in der „Comeback“-Show“ auf ProSieben gelohnt: Er beschert ihm jetzt tatsächlich den Wiedereinzug in die Top Ten der deutschen Singles-Charts. Mit dem Titel „Amazing“ (Universal Music Domestic) landet der ehemalige Sänger der britischen Band Smokie auf Position neun. Seine größten Erfolge als Solist feierte er 1986 mit dem Spitzenreiter „Midnight Lady“ sowie 1988 mit dem Stück „Broken Heroes“, das es bis auf Rang drei brachte. Komponist der beiden Songs war Dieter Bohlen. Davor hatte Norman mit Smokie bereits drei Nummer-eins-Hits in den 70er-Jahren: „Living Next Door To Alice“ 1976, „Lay Back in The Arms Of Someone“ ein Jahr später sowie „Mexican Girl“ 1978. Und auch in den Longplay-Charts gelingt Chris Norman ein Satz nach oben. Die auf Bros/SMD/Sony veröffentlichte Zusammenstellung „The Very Best Of“ verbessert sich vom 61. auf den 48. Platz. Die Compilation zur „Comeback Show“, auf der alle Künstler der Sendung vertreten sind, rangiert in den Compilation-Charts derzeit auf Position 17. Eine Position tiefer, auf 18, steigt bei den Compilations eine weitere CD zu einer Musikshow in die Charts ein. Obwohl die von Gottschalk moderierte ZDF-Show von der TV-Kritik in der Luft zerrissen wurde, gelingt der dazugehörigen, gleichnamigen Zusammenstellung „50 Jahre Rock!“ der Sprung in die Hitliste. Damit ist sie eine von sechs CDs in den Compilation-Charts, die als unmittelbares Begleitprodukt einer TV-Sendung den Weg in die Hitlisten gefunden haben. Am erfolgreichsten erweisen sich in dieser Woche die beiden CDs zur Sat.1-Reihe „Die Hit-Giganten“ (Sony Music Media), die Platz neun und zehn belegen.
Ebenfalls von Medienpräsenz profitiert die Band Nirvana. Anlässlich des zehnten Todestages von Kurt Cobain steigt die Hitzusammstellung „Nirvana“ in ihrer 24. Woche in den Charts noch einmal vom 70. auf den 58. Platz. Das erfolgreichste Nirvana-Album bleibt indes der Grunge-Klassiker „Nevermind“, der 1992 Rang drei erreichte. Bis auf Platz sechs kamen zwei Jahre später die MTV-Aufnahmen von „Unplugged In New York“.
Auf Platz 51 steht die erste Single des jungen Dance-Künstlers Special D. nach seinem Wechsel von wea zu Kontor Records. Noch höher platzieren konnte sich seine Single „Come With Me“ in England. Hierfür hatte Mental Madness, das Label des 21-jährigen Hamburgers, den Track an das Dance-Label All Around The World lizenziert, worauf der Song in den UK-Charts Platz sechs erreichte.





