Musik

Charts KW15: Rosenstolz triumphieren mit goldenem „Herz“

Das Duo Rosenstolz fasst sich ein „Herz“ und erobert zum zweiten Mal die Führung der detuschen Top 100 Longplay. Die Partnerschaft von „Superstar“ Elli und Dieter Bohlen hat hingenen wenig Aussicht auf Bestand.

Das Duo Rosenstolz erobert mit dem Album „Herz“ auf Anhieb die Führung in den deutschen Longplay-Charts und verbucht hier seinen zweiten Spitzenreiter nach dem Triumph mit „Kassengift“ anno 2000. Ihr Charts-Debüt feierten AnNa R. und Peter Plate 1997 mit dem Album „Die Schlampen sind müde“, das Rang 31 erreichte. „Alles Gute – Das Beste von ’92 bis ’98“ kam ein Jahr später bereits auf Rang zehn. 1999 brachte es die Songkollektion „Zucker“ auf Platz zwei. Weitere Top-Ten-Notierungen bei den Alben ernteten Rosenstolz ebenfalls 1999 mit „Zuckerschlampen: Live“ auf Position fünf und 2002 mit „Macht Liebe“, einer Nummer drei. „Herz“ hat bereits Goldstatus erreicht, „was deutsche Bands selten innerhalb einer Woche schaffen“, wie Produktmanager Frank Engel von der Polydor Island Group anmerkt. Insgesamt fanden Rosenstolz-Tonträger schon mehr als 2,6 Mio. Käufer. Die treue Fangemeinde schätzt laut Engel, dass sich das Duo mit hochwertiger, emotionaler deutschsprachiger Popmusik immer treu geblieben sei, anstatt aktuellen Trends hinterherzujagen. „Herz“ charakterisiert Engel als „sehr intimes und persönliches Album, auf dem AnNa R. ihre außergewöhnlichen Qualitäten als Balladensängerin unter Beweis stellt“. Ihre enge Fanbindung demonstrierten Rosenstolz mit einer Aktion im Rahmen der letzten Tour, als sie ihre Anhänger baten, sich auf einer Namensliste einzutragen, um dafür im nächsten Album Erwähnung zu finden. Das Versprechen löst das Duo jetzt ein mit der Nennung von 10.000 Namen auf der Rückseite eines Künstlerposters im Booklet der aktuellen CD. Sat.1 präsentierte die CD als Hit-Tipp und verwendete die Single „Liebe ist alles“ zur Untermalung der Trailer für das TV-Movie „Mein Weg zu dir heißt Liebe“. Spotwerbung lief auf Viva, MTV, RTL und Onyx. TV-Auftritte – vom deutschen Grand-Prix-Vorentscheid in der ARD über „tv total“ auf ProSieben bis „Drei nach neun“ im NDR-Fernsehen – schürten das Interesse am Album ebenso wie bundesweite Plakatierungsaktionen. Auf hoher Rotation läuft auch das Video zu „Liebe ist alles“ – der erste Clip des begehrten Starregisseurs Philipp Stölzl (Westernhagen, Madonna, Evanescence, Faith No More) seit drei Jahren für einen deutschen Act. „Liebe ist alles“ ist laut Frank Engel auch der erste Rosenstolz-Song, der „richtig Radio-Airplay“ verzeichnet. In den Top 100 hält sich die Single stabil im Vorderfeld und rangiert diese Woche auf Platz zehn. R&B-Star Usher entert die deutschen Longplay-Charts mit dem Album „Confessions“ auf Platz zwei, ebenfalls unterstützt durch eine TV-Kampagne und Auftritte in Sendungen wie „tv total“ oder „Bravo Supershow“. Auch seine Single „Yeah“, die er gemeinsam mit den Rappern Lil‘ Jon und Ludacris einspielte, steht weiter auf Rang zwei der deutschen Hitliste. In Großbritannien hat der 25-Jährige mit Album und Single gar die Doppelführung inne. In den USA hält „Yeah“ seit sechs Wochen die oberste Stufe des Singles-Charts-Podests besetzt. Ebenso lang führte er bereits 2001 mit „U Got It Bad“ die „Billboard“ Hot 100 an. Außerdem regierte er 1998 im amerikanischen Charts-Königreich zwei Wochen lang mit „Nice & Slow“ sowie 2001 vier Wochen mit „U Remind Me“. Mit insgesamt 18 Wochen auf dem Singles-Thron übertrifft er sogar die Rolling Stones, die es dort wie Bryan Adams, Destiny’s Child und Nelly auf jeweils 17 Wochen Gesamtverweildauer brachten.

Mit der Dieter-Bohlen-Komposition „This Is My Life“ erreicht Elli, Gewinnerin der zweiten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“, Rang drei der deutschen Hitliste. Dabei kann sie sich mit dem Song offenbar wenig identifizieren, denn sie deutete an, dass sie künftig auf Dieter Bohlens Dienste verzichten wolle. Der schoss in seinem wichtigsten PR-Organ, der „Bild“-Zeitung, zurück: „Mal sehen, wo sie am Jahresende steht. Wenn sie so weitermacht, dann befürchte ich, dass unser Superstar eher als Suppenhuhn im Topf als in den Charts landet. Aber sie kann ja immer noch Lehrerin werden und damit ganz groß rauskommen.“

Die DVD „At Rockpalast“ mit Rory Gallagher, mit der in-akustik letzte Woche erstmals Charts-Luft schnupperte, klettert in den Top 100 Longplay von 84 auf 51. Und auf Rang 78 legt die Firma aus Ballrechten-Dottingen eine weitere DVD der Rockpalast-Reihe mit fast gespenstischen Parallelen zum Gallagher-Nachlass ein. Bei „At Rockpalast“ steht mit Sänger Phil Lynott erneut ein Rockstar aus Irland im Mittelpunkt des Geschehens, der viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde.