Mit dem Album „Patience“ gelingt George Michael erstmals in seiner mehr als 20-jährigen Karriere der Sprung auf Platz eins der deutschen Charts. Er erfüllt damit die Zielsetzung, die Willy Ehmann in musikwoche 11/04 vorgegeben hatte. Entsprechend zufrieden kommentiert der Managing Director von Sony Music International den Erfolg mit Ansage: „Mit,Patience‘ haben wir einen perfekten Start hingelegt und George Michael eindrucksvoll ins Rampenlicht gerückt. Wir glauben, dass,Patience‘ ein Album mit langhaltiger Wirkung ist, das nicht nur alte, sondern auch neue George-Michael-Fans finden wird.“ Aufmerksamkeit für Michaels Comeback bei Sony Music generierte laut Senior PM Marcus Meyn eine breit angelegte TV- und Funkkampagne sowohl für das Album wie für die Single „Amazing“. Den Song trägt Michael auch am 27. März bei „Wetten, dass…?“ vor, seinem ersten Auftritt in einer deutschen Fernsehshow als Solokünstler überhaupt.
Man darf gespannt sein, ob er gegenüber Thomas Gottschalk auch zu den Presseberichten Stellung nimmt, er wolle sich aus dem Musikbusiness zurückziehen und künftig lieber Songs übers Internet verschenken. Sony Music mochte dazu keinen Kommentar abgeben. Für das internationale Musikbusiness wäre ein Abschied des 40-Jährigen fraglos ein großer Verlust. Schließlich verkaufte er solo und früher mit Partner Andrew Ridgeley im Duo Wham! global mehr als 75 Mio. Tonträger. Michael untermauert seine Stellung als Umsatzgarant auch in seinem Heimatland Großbritannien, wo er mit „Patience“ sein fünftes Nummer-eins-Album als Solokünstler verbucht. In den deutschen Top 100 Longplay feierte er seine Premiere 1983 mit Wham! und der Songkollektion „Fantastic“ auf Rang sieben. Noch erfolgreicher waren die nächsten beiden Wham!-Alben, „Make it Big“ (1984 auf fünf) und „The Final“, das 1986 bis auf Platz zwei kam. Auch mit seinen Solowerken war Michael in Deutschland stets auf die Top Ten abonniert. „Faith“ machte hier den Auftakt 1987 mit Rang drei. „Listen Without Prejudice Vol. 1“ brachte es 1990 auf Platz sieben. „Older“, sein letztes Studioalbum mit eigenen Songs vor „Patience“, war 1996 eine Nummer drei. Es folgten noch der Zwei-CD-Sampler „Ladies & Gentleman… The Best Of George Michael“ (1998 auf drei) sowie das Album „Songs From The Last Century“, auf dem der Engländer lauter Coverversionen versammelte, und das bis auf Position vier vorstieß.
Seit einem Jahrzehnt lassen Guns N’Roses mit einem neuen Studioalbum auf sich warten. Mit einem „Greatest Hits“-Paket tauchen die Rockhelden der Achtziger auf Rang vier nun erstmals seit 1999 in den deutschen Charts auf, als der Konzertrückblick „Live Era ’87 – ’93“ auf Platz 53 kam. Das jetzige Comeback ist indes unfreiwillig: Vergeblich hatten Axl Rose und seine einstigen Mitstreiter Slash und Duff McKagan versucht, per Klage die Veröffentlichung des Hitsamplers zu verhindern. Ihrer Argumentation, Geffen hätte ohne ihre Erlaubnis keine Änderungen an den Masterbändern vornehmen dürfen, schloss sich das Gericht nicht an.
Auf Rang fünf findet sich mit „And Love Said No… – The Greatest Hits 1997 – 2004“ von Him ein weiteres Karrierekompendium einer Rock-Band. „So viele Hits auf einer CD müssen sich durchsetzen“, bekräftigt Wolfgang Funk, Managing Director Gun Records. Seit 27 Jahren gibt es in-akustik. Jetzt feiert die Firma mit einer DVD ihre Chartspremiere: „At Rockpalast“ mit dem unvergessenen Rory Gallagher debütiert auf Rang 84. Bernhard Rössle, Leiter Musik & Medien bei in-akustik, reagiert „angenehm überrascht über diesen nationalen Erfolg so kurz nach VÖ“ – obwohl er schon seit längerem beobachte, dass „der Markt offen ist für Produkte jenseits des Mainstreams“.
Während der strahlende Sieger des deutschen Vorentscheids zum Grand Prix, Max, die Führung der Singles-Charts verteidigt, trösten sich auch einige der gescheiterten Istanbul-Kandidaten mit gesteigertem Hitlistenruhm. So klettern Overground von 18 auf neun, Mia. von 50 auf 31 und Laith Al-Deen von 92 auf 91. Neu dabei ist Patrick Nuo auf 30, während Westbam und Afrika Islam den Wiedereinstieg auf 78 schaffen. Den Vorwärtsgang eingelegt haben auch Rosenstolz (von 18 auf neun) und Lionel Richie (von 40 auf 28), die im Rahmenprogramm von „Germany 12 Points“ auftraten.
Einen Welthit landet Usher im Verbund mit Lil‘ Jon und Ludacris mit „Yeah“. Der Song, der seit fünf Wochen die US-Charts anführt, entert die UK-Charts auf eins, die deutschen auf zwei.



