Musik

Charts KW10: Oomph! halten Einzug im Rock-Olymp

Nur die unüberwindliche Norah Jones verhindert den totalen Triumph von Oomph! in den deutschen Charts. Rockige Akzente ganz unterschiedlicher Art setzen auch Monster Magnet und Franz Ferdinand

Zur Freude ihres Arbeitgebers Gun Records rundet die Braunschweiger Band Oomph! den größten Triumph ihrer 15-jährigen Band-Geschichte spektakulär ab. Während die Single „Augen auf“ bereits in der vierten Woche die Führung der deutschen Singles-Hitliste hält, entert der Longplayer „Wahrheit oder Pflicht“ die Charts auf Rang zwei. „Oomph! erobern den deutschen Rock-Olymp und ernten nun die Früchte ihrer langjährigen Arbeit. Keine Frage, dass die Band eigentlich schon seit Jahren dort oben hin gehört“, kommentiert Wolfgang Funk, Managing Director von Gun Records. In Österreich rangieren die niedersächsischen Rocker mit dem Album wie mit der Single auf Rang zwei. In der Schweiz kam die Single auf Rang 23. Das Album belegt bei den Eidgenossen Rang 13. Gefragt wie nie ist auch die Homepage der Band, www.oomph.de, mit 1,4 Mio. Page Impressions innerhalb eines Monats.

Vor Oomph! in Führung bei den Alben bleibt Norah Jones, die mit „Feels Like Home“ in 16 Ländern die Spitze nahm. In den USA überschritt die CD in der Startwoche mit 1,02 Mio. abgesetzten Exemplaren die Millionenmarke. Norah Jones ist laut Charts-Ermittler Nielsen SoundScan erst die zweite Solokünstlerin, der dieses Kunststück gelingt – nach Britney Spears, die im Mai 2000 ein Erstwochenergebnis von 1,3 Mio. verkauften Kopien von „Oops!… I Did It Again“ verbuchte. Der Wert von „Feels Like Home“ wurde zuletzt von *N Sync anno 2001 mit 1,88 Mio. Verkäufen zum Start des Albums „Celebrity“ übertroffen. „Eine solche Leistung kann man nur von einem wirklichen Original, einer außergewöhnlichen Künstlerin wie Norah, erwarten“ erklärt Bruce Lundvall, Chef ihres Labels Blue Note. „Es kommt nicht oft vor, dass jemand so viele Genres abdeckt und damit einen solch immensen Zuspruch genießt. Aber es passiert eben, wenn die Musik so gut ist“.

Mit ihrem ersten Album für SPV, „Monolithic Baby!“, erreichen Monster Magnet als Neueinsteiger auf Rang 13 ihre bislang höchste Charts-Position in Deutschland. Die Stoner-Rocker aus New Jersey debütierten hier 1995 mit dem Album „Dopes To Infinity“, das Rang 30 als höchste Notierung vorzuweisen hatte. Der „Powertrip“ führte 1998 auf Platz 21, und „God Says No“ kam schließlich anno 2000 auf Position 17. Mit dem neuen Album sind Dave Wyndorf und Co. in Deutschland am erfolgreichsten, charten aber auch in Finnland (Platz 19), Norwegen (26), Schweden (31), Österreich (46), Großbritannien (91) und Frankreich (140). Von null auf 16 katapultieren sich die unwiderstehlichen schottischen Indiehelden Franz Ferdinand mit ihrem Debütalbum, das schlicht den Bandnamen trägt. Für Lubos Mozis, Label- und Produktmanager von rough trade, ist es „eine kleine Sensation, dass eine Band mit popkulturellem Background und einem sehr hohen Qualitätsanspruch, die vor drei Monaten in Deutschland noch unbekannt war, jetzt hier solchen kommerziellen Erfolg hat“. Franz Ferdinand führen laut Mozis mit Können und Substanz die „Rückeroberung der Popmusik fort, womit Bands wie The Strokes oder The White Stripes begonnen haben“. Die Akzeptanz von Franz Ferdinand sei „Ausdruck der Sehnsucht nach guter Musik“ und ihre Charts-Notierung „eine glückliche Fügung in diesen Zeiten, in denen ansonsten kostümierte Protagonisten peinlicher Shows die Charts beherrschen“. Die vom Domino-Label-Chef Laurence Bell, laut Mozis „ein genialer A&R“, verpflichtete Band habe keinen riesigen Marketingapparat nötig. Die schiere Qualität ihrer Songs locke Menschen mit echtem Musikinteresse in die Läden und evoziere ein Medienecho, das mittlerweile auch in Deutschland über die Fachpublikationen und -sendungen weit hinausgehe bis in den Mainstreambereich.

Zur Endphase der närrischen Zeit stieg die Nachfrage nach Karnevalstonträgern, was in den Charts nun zu Buche schlägt. So klettern die Höhner, die wohl beliebteste Karnevalscombo aus der Domstadt, bei den Alben mit „Viva Colonia“ von 66 auf 39. Bei den Singles befinden sich zwei Höhner-Titel im Steigflug: Der Titelsong des Albums verbessert sich von 55 auf 38, „Alles was ich will“ von 80 auf 68. Auch das auf Karnevalshits spezialisierte Label Pavement feiert Charts-Erfolge: Bei den Singles klettern De Boore mit „Rut sin de Ruse“ von 35 auf 25. In den Top 30 Compilations finden sich mit „Karneval der Stars – Folge 33“ (von 22 auf 15), „Ostermanns ‚Erben‘ Vol. 4“(von 23 auf 19) sowie „Karneval der Stars – Folge 32“ (Wiedereinsteiger auf 30) gleich drei Pavement-Titel. Ebenfalls karnevalserprobt ist die auf 23 notierte Kopplung „Kneipenhits – Die Kölsche Vol. 5“ von EMI Music Media.