Nur der hartnäckige Dick Brave verhindert in den Top 100 Longplay den Gipfelsturm der kalifornischen Rock-Band Incubus, die mit dem sechsten Studioalbum, „A Crow Left Of The Murder“, auf Rang zwei erstmals in Deutschland in die Medaillenränge vordringt. Die neue Incubus-Single, „Megalomaniac“, entert zeitgleich die deutschen Charts auf Rang 70. Für Willy Ehmann, Managing Director Sony Music International(SMI), war „ein von langer Hand geplanter und eng mit dem Bandmanagement abgestimmtes Album- beziehungsweise Single-Setup ausschlaggebend für diesen großartigen Erfolg“. Ehmann betont, dass die deutsche SMI-Division bei den Alben europaweit den höchsten Charts-Einstieg für die Funkrocker um Sänger Brandon Boyd erreichte.
Matthias Lumm, Alternative Director SMI, nennt die Konzentration auf zielgruppenadäquate Promotionaktivitäten als wichtigen Baustein des Triumphs. So erschien unter anderem eine Coverstory über Incubus im Musikmagazin „Visions“, das Video läuft auf Rotation bei MTV und Viva. „Dazu konnten wir die über die vergangenen zwei Jahre gewachsene Infrastruktur unserer Onlineplattform für harte Musik, www.hardplace.de, voll nutzen“, ergänzt Lumm. So erhielten 400 Fans über die Internet-Community schon zwei Monate vor VÖ die Gelegenheit, die Band persönlich zu einer Fragestunde zu treffen und das neue Album zu hören. Incubus-Anhänger bildeten Street-Teams, die Postkarten und weiteres Werbematerial unter die Leute brachte. Rund um den VÖ-Termin gab es zehn Veranstaltungen unter dem Hardplace-Banner in Rock-Clubs mit Albumpräsentation, Gewinnspielen und speziellen Video-Shows mit den gesammelten Incubus- Clips. Der Erfolg dieser Maßnahmen „macht uns Mut, weiter in diese Strukturen zu investieren“, so Lumm.
In der deutschen Singles-Hitliste verteidigen Oomph! mit „Augen auf!“ die Führung. Wolfgang Funk, Managing Director von Gun Records, rekapituliert: „Diese Band war schon lange einer unserer Favoriten. Vor sieben Jahren haben wir uns bereits um sie bemüht, leider bekam damals ein anderer Major den Zuschlag. Umso mehr freut es uns, dass wir durch unsere effiziente A&R-Arbeit, ein durchschlagkräftiges Marketingpaket und eine auf den Punkt genaue Promotionarbeit jetzt endlich mit ‚Augen auf!‘ den Durchbruch für Oomph! geschafft haben.“ Entsprechend erwartungsfroh ist er hinsichtlich des neuen Longplayers der Niedersachsen, „Wahrheit oder Pflicht“, der am 16. Februar erscheint.
Alle vier erstplatzierten Titel der Singles-Charts verbreiten Botschaften im Befehlston: Hinter dem Weckruf „Augen auf!“ von Oomph! rangiert Kevin Lyttle mit der Aufforderung „Turn Me On“ auf Position zwei vor den Dschungel Stars mit ihrem Appell „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Keine großen Taten, sondern schlichte verbale Enthaltsamkeit fordern auf Platz vier The Black Eyed Peas mit „Shut Up“ ein. Ihr Debüt in den deutschen Singles-Charts geben De Randfichten, ein volkstümliches Partymusiktrio aus dem Erzgebirge, mit „Lebt denn dr alte Holzmichl noch…?“ auf Rang 35. Die Bearbeitung einer alten Volksweise kursierte in einer achtminütigen Live-Version bereits seit September vergangenen Jahres in der Warteliste für die Charts. Das auf dem eigenen Bandlabel Rafi Records über den Großhändler Das Ohr vertriebene Stück verkaufte seit 2002 50.000 Kopien. „Im Osten steppt der Bär, wenn De Randfichten live auftreten. Sie füllen dort Hallen mit 2000 Leuten“, berichtet Stefan Ultsch, A&R-Manager von Capitol. Seine Plattenfirma brachte die „Holzmichl“-Nummer nun erstmals in einer Studioversion auf den Markt und bemusterte sie flächendeckend ans Radio sowie an Fun-Gastronomiebetriebe, Skihütten und Karnevalsvereine. Ein Auftritt im „Winterfest der Volksmusik“ in der ARD tat sein Übriges, um die Kult-Stimmungsmacher des Ostens nun endlich in die Charts zu hieven.
Dank insgesamt elf Top-Ten-Platzierungen auf dem alten Kontinent übernehmen Air mit dem Album „Talkie Walkie“ im Sturm die Spitze der Euro-Charts. Das französische Duo löst Dido ab, die nach 16 Wochen auf eins mit Life For Rent den Charts-Thron räumen muss. Airs Einzelbilanz in den europäischen Ländern weist Rang eins in Irland aus, zwei in Großbritannien und Portugal, drei in Frankreich, Italien und Norwegen, vier in Belgien und der Schweiz, fünf in Deutschland, sechs in Island sowie Platz acht in Finnland. Hinzu kommen Top-Twenty-Notierungen in Dänemark, Österreich und den Niederlanden.



