Musik

Charts KW07: Oomph! winken vom Charts-Gipfel

Die Gruppe Oomph! erntet die Früchte beharrlicher Aufbauarbeit und feiert ihre erste Nummer eins. Für Bewegung in den Charts sorgen zudem Dschungel-Stars, australische Rocker, Pariser Pop-Bastler, „Wetten, dass…?“-Gäste und Sanctuary-Singles

Mit der Rocknummer „Augen auf“, die auf einem Kinderreim basiert, übernimmt die Braunschweiger Band Oomph! die Führung der deutschen Singles-Charts. „Selbst wir hätten nicht damit gerechnet, dass der Song auf eins geht“, berichtet Björn Gralla, Geschäftsführer der Agentur Contra Promotion GmbH und Manager von Oomph!. Zwar steht laut Gralla hinter der Band eine treue Gemeinde von 25.000 bis 30.000 Fans. Aber es sei letztlich einer zielgerichteten Kombination von Labelarbeit, Management-einsatz und Marketing zu verdanken, dass die Formation nun erstmals auf dem Spitzenplatz steht. Damit zahle sich die langfristige Aufbauarbeit für die Formation aus, die auch von Kollegen wie Rammstein bewundert werde: „Es ist das Zusammenspiel des hochwertigen Songwritings der Band und der lange Atem aller beteiligten Firmen, der uns nun zur Ernte schreiten lässt“, formuliert Gralla.

Den besonderen Erfolg gerade dieser Single führt der Bochumer zudem auf die „Qualität des Videos“ zurück, das bei Viva und Onyx auf hoher Rotation läuft. „Dadurch haben wir viele neue Fans hinzugewonnen, die sich vorher noch nicht mit der Band beschäftigt haben. Das erkennen wir auch daran, dass etwa bei Amazon nun auch der Backkatalog von Oomph! sehr gut läuft.“ Auch das La-bel Gun Records feiert den Triumph der Niedersachsen euphorisch als Ernte der neuen Partnerschaft mit der Band: „Mit,Augen auf!‘ haben Oomph! endlich den verdienten Durchbruch geschafft. Trotz Casting-Boom und Dschungel-Hype entdeckt Deutschland den Rock wieder. Das macht Hoffnung!“, jubelt Philipp Alexander, Assistant A&R bei Gun Records. Schon seit 15 Jahren verfolgen Oomph! laut Alexander ihre Vision, die Elemente aus den Genres Rock, Metal, EBM, Synthie-Pop und Gothic zu einem einzigarti-gen Stil forme.

Bestplatzierter neuer Titel in den Top 100 Singles ist auf Rang acht „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ von den Dschungel-Stars. Die Protagonisten der Erfolgsshow auf RTL von Daniel Küblböck bis Lisa Fitz präsentieren mit dem Titelsong der Maxi eine Bearbeitung des Standards „When The Saints Go Marching In“. Mit „Oops – We Are In the Jungle“ enthält die Maxi noch einen selbst komponierten und getexteten Song der Quotenbringer sowie die Titelmelodie des Fernsehformats.

Mit zwei Singles, die in Großbritannien jeweils die Spitze nahmen (siehe Hitbeat, Heft 2+3/04), ist Sanctuary nun auch in Deutschland erfolgreich. „Changes“, das Duett von Ozzy Osbourne mit Tochter Kelly, ist neu auf 15 dabei. Zwei Ränge dahinter folgt „Mad World“ von Michael Andrews feat. Gary Jules. In den Longplay-Charts erobern der kampfstarke Dick Brave und seine Backbeats mit „Dick This!“ zur Freude ihrer Plattenfirma wea records die Führung zurück. Die Ursache für diesen Erfolg liegt laut wea „in der absoluten Einzigartigkeit des Acts und im perfekten Zusammenspiel von Marketingmaßnahmen und Promotionaktivität.“ So war Dick Brave in die große We Love Music-Kampagne eingebettet, die zur Weihnachtszeit lief und bis in die zweite Januarwoche reichte. Zeitgleich startete der TV-Sender N-24 seine Image-Kampagne mit Spots auf Sat.1, PRO7 und Kabel 1, die mit dem Song „Take Good Care Of My Baby“ unterlegt war und bis zum 31. Januar fortdauerte. Flankiert wurden die Aktionen von starker Medienpräsenz des Künstlers im Januar.

Den Top-Neueinsteiger verbucht hier das französische Duo Air, dessen CD Talkie Walkieauf Platz fünf debütiert. Nicolas Godin und JB Dunckel landen mit ihrer prickelnden Mixtur aus Elektronik und Easy-Listening-Pop ihren bislang größten Erfolg in deutschen Landen in Sachen Charts-Position. Das Debütalbum „Moon Safari“ brachte es 1998 auf Rang 56. 1999 schoben die Pariser Popinnovatoren eine EP unter dem Titel „Premiers Symptomes“ nach, die indes nicht über Rang 84 hinaus kam. Als wesentlich beliebter erwies sich der Soundtrack zu Sofia Coppolas Kinofilm „The Virgin Suicides“, der anno 2000 Platz 26 als Top-Ergebnis verzeichnete. Mit „10 000 Hz Legend“ enterten Air 2001 mit Rang sieben schließlich erstmals die deutschen Top Ten.

Die australische Rock-Band Jet startet jetzt nach Ein- satz ihrer Single „Are You Gonna Be My Girl“ (derzeit auf Platz 77) in einem Werbespot für Vodafone in Deutschland richtig durch. Das von eastwest records noch mal neu veröffentlichte Album aus dem Vorjahr, „Get Born“, stürmt in den Top 100 Longplay von null auf 19. Das profitable Ergebnis unterstützten laut Regina Dittrich, Presse- und Online-Promoterin bei eastwest, Teaser-Spots auf MTV, Viva, Viva Plus und Onyx sowie Promotion per Ed-gar-Postkarten. Die für Ende Februar anstehende Deutsch-land-Tour von Jet ist nahezu ausverkauft.

Die drei Top-Aufsteiger in den deutschen Longplay-Charts nutzen den Rückenwind massenwirksamer Auftritte bei „Wetten, dass..?“. So schnellt „Turn It On“, das aktuelle Album von Thomas Gottschalks Gesangsgast Ronan Keating, von 84 auf 31. Reamonn verzeichnen Vorwärtsdrang für das Album „Beautiful Sky“ (von 43 auf 15) und sehen zugleich erfreut die Aktien ihrer Single „Alright“ signifikant steigen (Wiedereinsteiger auf 49). Und auch die Teenie-Lieblinge von Westlife machen mit „Turnaround“ einen Sprung von 71 auf 44.