Zwei Punkrock-Combos, die jeweils schon 20 Jahre im Geschäft sind, mischen die deutschen Longplay-Charts auf. Die Toten Hosen katapultieren sich mit „Auswärtsspiel“, ihrem härtesten Album der letzten Jahre, von null auf eins. Für Campino & Co. ist dies bereits der fünfte Spitzenreiter nach „Auf dem Kreuzzug ins Glück“ (1990), „Kauf mich!“ (1993), „Opium fürs Volk“ (1996) und „Unsterblich“ (1999). Ihre kalifornischen Kollegen von Bad Religion entern die Top 100 mit „The Process Of Belief“ auf Position 13 – ihrer dritthöchsten Position nach Rang sechs mit „Stranger Than Fiction“ (1994) und elf mit „The Gray Race“ (1996).
Bei den Singles gibt es ebenfalls einen Führungswechsel. Latin-Pop-Diva Shakira übernimmt mit „Whenever, Wherever“ direkt nach der ersten Verkaufswoche Platz eins und steht bereits kurz vor Goldstatus. Epic-Chef Jörg Hacker betont, dass es seiner Firma gelungen sei, „eine Künstlerin an die Spitze zu bringen, von der in Deutschland vor einem Vierteljahr außer ein paar Latin-Spezialisten noch niemand etwas gehört hatte. Ich bin extrem stolz auf die Arbeit, die unser Promotion- und Marketing-Team in dieser kurzen Zeit geleistet hat“.
Großen Anklang finden auch die von bekannten Synchronsprechern zu Carl-Orff-meets-Techno-Klängen vorgetragenen düsteren Botschaften von E Nomine. Das Album „Finsternis“ debütiert auf Position drei.
Zwei Songs aus Werbespots tummeln sich momentan in den deutschen Singles-Charts. Auf Platz 45 rangieren The Dandy Warhols mit „Bohemian Like You“ aus der Vodafone-Werbung. Auf Rang 100 findet sich der Titel „2 von Millionen von Sternen“ der 2raumwohnung, mit dem die Hypo-Vereinsbank ihre TV-Trailer unterlegt.
Charts-Experte Norbert Behet hat für musikwoche.de eine Langzeituntersuchung der deutschen Hitlisten vorgenommen. Demnach setzte sich auch 2001 der Trend fort, dass immer mehr Titel in die Charts kommen, wo sie dafür immer kürzer verweilen (siehe Tabelle).



